{"id":1035,"date":"2015-12-08T08:00:50","date_gmt":"2015-12-08T07:00:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/?p=1035"},"modified":"2019-05-20T16:44:55","modified_gmt":"2019-05-20T14:44:55","slug":"die-reise-eines-kohlenstoffatoms","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/die-reise-eines-kohlenstoffatoms\/","title":{"rendered":"Die Reise eines Kohlenstoffatoms \u2013 Oder: Alles ist Eins"},"content":{"rendered":"<p>Menschen leiden vor allem darunter, dass sie sich getrennt f\u00fchlen. Jedes andere Leid und jede Gewalt gegen sich selbst und andere, sind letztendlich eine Folge davon. Ich finde, es ist Zeit f\u00fcr eine Mentale Revolution. Kern dieser Revolution soll das Gewahrwerden des nat\u00fcrlichen Wesens des Menschen sein. Sie w\u00fcrde das Ich an seinen ihm angestammten Platz r\u00fccken, das eigene Selbstverst\u00e4ndnis grundlegend \u00e4ndern und dem Einzelnen eine gro\u00dfe Erleichterung bringen. Die Ver\u00e4nderungen im Weltbild w\u00e4ren radikaler als die der kopernikanische Wende. Dazu jedoch zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt mehr. In diesem Artikel m\u00f6chte ich mich damit befassen, warum es so einleuchtend ist, dass es nur eine einzige Ganzheit gibt und die Vorstellung der Trennung frei erfunden ist. Hierzu bedienen wir uns eines Gedankenexperimentes. Sp\u00e4ter verweise ich auf ein Experiment, das, bei entsprechender Bereitschaft, diese Ganzheit erfahrbar macht.<\/p>\n<h3>Die ewige Reise<\/h3>\n<p>Beginnen wir mit unserem Gedankenexperiment und reisen ein paar Millionen Jahre zur\u00fcck. Irgendwo drau\u00dfen im Weltall fusioniert eine Sonne Wasserstoff zu Helium und weiter zu schwereren Elementen wie Kohlenstoff. W\u00e4hrend ihr Brennstoff zu Neige geht, kollabiert sie zu einem wei\u00dfen Zwerg und haucht, als eine Supernova, ihr Leben aus. In der riesigen Explosion wird ihr Material in das Weltall hinausgeschleudert. So auch das Kohlenstoffatom, das wir auf seiner Reise begleiten wollen. Es treibt durch den Raum, bis ein gr\u00f6\u00dferer Brocken vorbeikommt, der es mit seiner Gravitation einf\u00e4ngt und weiter Richtung Erde transportiert. Nach langer, langer Zeit hier angekommen, vergl\u00fcht der kleine Meteorit in der Atmosph\u00e4re. In der gro\u00dfen Hitze verbindet es sich mit zwei Sauerstoffatomen zu Kohlendioxid. Dieses Molek\u00fcl d\u00fcmpelt nun ein paar Jahrtausende um die ganze Welt und gelangt in immer tiefere Luftschichten.<\/p>\n<p>In Bodenn\u00e4he angekommen passiert es eine Bohnenpflanze. Dieses assimiliert das Kohlendioxidmolek\u00fcl und befreit unser Kohlenstoffatom vom Sauerstoff, den sie an die Luft abgibt. Das Kohlenstoffatom wird einem unheimlich komplizierten Stoffwechselprozess in ein Eiwei\u00dfmolek\u00fcl eingebaut und landet schlie\u00dflich in der Frucht der Pflanze: in einer der Bohnen. Zur Erntezeit f\u00e4hrt der Bauer mit seiner Maschine \u00fcber das Feld und pfl\u00fcckt die Bohne mit dem Kohlenstoffatom. Nun kommen Sie ins Spiel, denn Sie kaufen diese Bohne mit vielen anderen zusammen in einer Konservendose. Der Herstellungsprozess konnte dem Eiwei\u00dfmolek\u00fcl gl\u00fccklicherweise nichts anhaben, es befindet sich immer noch an seinem Platz. Ein paar Tage sp\u00e4ter machen Sie, weil es wieder einmal schnell gehen muss, aus diesen Bohnen einen Salat.<\/p>\n<h3>Wir essen Sternenstaub<\/h3>\n<p>Wie es der Zufall so will, essen Sie diese spezielle Bohne mit dem Kohlenstoffatom aus der Supernova. Ihr K\u00f6rper entschlie\u00dft sich spontan dazu, das Eiwei\u00dfmolek\u00fcl in dem es enthalten ist, bei der Bildung einer Plattenepithelzelle zu verwenden (nat\u00fcrlich wieder mittels eines sehr komplizierten Stoffwechselprozess). Diese Plattenepithelzelle befindet sich an ihrer rechten Hand. Ihre Hautzelle teilt sich noch ein paarmal, bis sie in einer der oberen Schichten verhornt. Einige Tage sp\u00e4ter f\u00e4llt das Hautsch\u00fcppchen, mit dem Kohlenstoffatom ab und landet auf ihrem Teppich.<\/p>\n<p>Hier wird es von einer Staubmilbe gefressen. Diese nutzt das Kohlenstoffatom in ihrem Stoffwechsel h\u00e4ufiger und es verbleibt in ihr bis zu ihrem Tod. Irgendwann erwischen Sie diese tote Staubmilbe mit dem Staubsauger. Etwas sp\u00e4ter, als der Staubsaugerbeutel voll ist, entsorgen Sie ihn in den Restm\u00fcll, der schlie\u00dflich in der M\u00fcllverbrennung landet. Hier, vom Feuer erfasst, wird aus unserem Kohlenstoffatom, welches zuletzt in der unseligen Staubmilbe als Bestandteil eines DNS-Molek\u00fcls diente, wieder ein Kohlendioxidmolek\u00fcl, das die Entsorgungsanstalt elegant \u00fcber den Schornstein verl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Wie es wohl mit unserem Freund weitergeht? Vielleicht wird er vom Wind zu den gro\u00dfen Regenw\u00e4ldern getragen und dort in einen Baum eingebaut? Oder regnet ins Meer hinab, wo eine Muschel ihre Schale damit bildet? M\u00f6glicherweise wandert es in die oberen Atmosph\u00e4renschichten, von wo aus es im Kohlendioxidmolek\u00fcl vom Sonnenwind wieder in den interstellaren Raum getrieben wird? Wer wei\u00df?<\/p>\n<h3>Wo beginnt das Leben, wo h\u00f6rt es auf?<\/h3>\n<p>Aber worauf es hier ankommt: Wann war dieses Kohlenstoffatom Ihr Kohlenstoffatom? Wann geh\u00f6rte es Ihnen? Haben Sie es je besessen? Wann war es lebendig, also geh\u00f6rte es zu einem lebendigen K\u00f6rper? Als es in Ihren Verdauungstrakt kam? Als es verstoffwechselt wurde? W\u00e4hrend es in Ihrer Haut eingebaut war und dort eine Funktion erf\u00fcllt hat? Diese \u00dcberlegungen beziehen sich hier nat\u00fcrlich haupts\u00e4chlich auf dieses eine Kohlenstoffatom. Sie gelten jedoch f\u00fcr jedes Atom in ihrem K\u00f6rper, dass hei\u00df f\u00fcr ihren gesamten K\u00f6rper! Auch auf alle Atome um Sie herum, denn diese k\u00f6nnten ja auch mal \u201eIhre\u201c werden. Ein Atemzug und das, was eben noch Teil Ihres Nachbarn war, ist nun Ihres.<\/p>\n<p>Hier ist meine Antwort: Dieses Kohlenstoffatom war nie Ihres und es war nie lebendig oder nicht lebendig. Alle Atome, die gegenw\u00e4rtig zu Ihrem K\u00f6rper geh\u00f6ren oder die sich irgendwann einmal von ihm K\u00f6rper gel\u00f6st haben, sind immer noch genau so lebendig, wie die, die noch nie Teil Ihres K\u00f6rpers waren. Das hat zwei Gr\u00fcnde: Zum einen gibt es diese Ich, von dem Sie glauben, dass Sie es sind, nicht. <a href=\"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/das-ego\/\">Dazu hier mehr. <\/a>Und zum anderen gibt es nicht Leben im Universum, sondern ein Universum im Leben. Alles, was in diesem unvorstellbar riesigen Universum existiert, ist eine Erscheinung dieses Lebens! Es ist ein unteilbares Sein.<\/p>\n<h3>Die Ganzheit ist erfahrbar<\/h3>\n<p>Es gibt keine Grenze zwischen Innen und Au\u00dfen. Auch nicht zwischen Du und Ich. Falls es Ihnen doch so erscheinen sollte, dann nur deshalb, weil Sie darauf konditioniert sind. Sie m\u00f6gen jetzt einwenden, dass sich diese Gedanken ja nur auf die materielle Ebene beziehen und der Mensch ja schlie\u00dflich viel mehr ist. Er hat doch einen eigenen Geist und ein eigenes Bewusstsein! Falls Sie offen f\u00fcr eine neue Erkenntnis sind, k\u00f6nnte Ihnen dieses <a href=\"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/annaherung\/\">Experiment <\/a>hier Klarheit bringen.<\/p>\n<h3><a href=\"https:\/\/ulrich-heister.de\/\">Erfahre, was mit moderner Psychotherapie m\u00f6glich ist!<\/a><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Menschen leiden vor allem darunter, dass sie sich getrennt f\u00fchlen. Jedes andere Leid und jede Gewalt gegen sich selbst und andere, sind letztendlich eine Folge davon. Ich finde, es ist Zeit f\u00fcr eine Mentale Revolution. Kern dieser Revolution soll das Gewahrwerden des nat\u00fcrlichen Wesens des Menschen sein. 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