{"id":1252,"date":"2016-02-23T08:00:47","date_gmt":"2016-02-23T07:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/?p=1252"},"modified":"2019-05-20T16:42:17","modified_gmt":"2019-05-20T14:42:17","slug":"traumata-ueberwinden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/traumata-ueberwinden\/","title":{"rendered":"Traumata \u00fcberwinden"},"content":{"rendered":"<p>Das Wort Trauma kommt aus dem Griechischen und bedeutet Verletzung. Es gibt k\u00f6rperliche Traumata und psychische. Ich m\u00f6chte mich hier auf die zweiten beziehen. Sie entstehen beispielsweise durch Katastrophen, Krieg, Vergewaltigung, Missbrauch, Unfall, erlebte oder beobachtete Gewalt, Dem\u00fctigung oder Verlust. Betroffene Menschen f\u00fchlen sich meistens ausgeliefert, hilflos oder tief ersch\u00fcttert. Es kommt zu einer gro\u00dfen Dissonanz zwischen dem eigenen Selbst- oder Weltbild und dem Erlebnis. In diesem Artikel m\u00f6chte ich beschreiben, dass und wie Traumata \u00fcberwunden werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Es scheint ausweglos<\/h3>\n<p>Traumata wirken sich auf die Person sehr zerst\u00f6rerisch aus. Das Ereignis weicht so extrem von den eigenen \u00dcberzeugungen und Vorstellungen ab, dass die Person sich nicht in der Lage sieht, das Erlebnis zu integrieren. Integration hei\u00dft in diesem Fall, einen Weg zu finden, das Erlebnis zu verarbeiten und schlie\u00dflich Frieden damit zu machen. Die Verletzung kann so gro\u00df sein, dass es unm\u00f6glich erscheint, mit der Erfahrung jemals fertig zu werden. Andererseits kann die Wut oder die Emp\u00f6rung \u00fcber das Geschehen dazu f\u00fchren, dass dies auch gar nicht gew\u00fcnscht wird. Folgen dieser Verletzung k\u00f6nnen in Form von st\u00e4ndiger Stressbelastung und selbstsch\u00e4digendem Verhalten lange dar\u00fcber hinaus anhalten und die Situation weiter verschlimmern.<\/p>\n<p>Auch wenn es f\u00fcr Traumatisierte erscheint, als sei die Lage aussichtslos, so kann doch in vielfacher Weise geholfen und das Trauma \u00fcberwunden werden. Einerseits gibt es Medikamente, die die Symptome abmildern, doch sie sind in der Regel keine dauerhafte L\u00f6sung. Wichtig ist es meiner Erfahrung nach, das Erlebnis auf mentaler und emotionaler Ebene zu bearbeiten und zu integrieren. Hierzu gibt es heute einige zeitgem\u00e4\u00dfe Methoden, die wenig konfrontativ aber sehr effektiv sind.<\/p>\n<h3>Der Ansatz<\/h3>\n<p>Zuvor muss nat\u00fcrlich der Nutzen der Therapie erkannt werden und daraus die Bereitschaft entstehen, sich dem Thema anzun\u00e4hern und sich mit ihm auseinanderzusetzen. Das bedarf verst\u00e4ndlicherweise einiger \u00dcberwindung, doch werden diese Entscheidung und der darauf folgende Prozess in den meisten F\u00e4llen sehr lohnend sein. In den ersten Sitzungen ist es sinnvoll, die Vorbehalte und Bedenken zu besprechen und aufzul\u00f6sen. Danach ist es wesentlich leichter, das eigentliche Problem anzugehen. Wie viele Sitzungen n\u00f6tig sind, l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich nicht pauschal beantworten, denn das h\u00e4ngt von der Komplexit\u00e4t des Themas ab. Erfahrungsgem\u00e4\u00df ist schon nach einer \u00fcberschaubaren Zahl von Sitzungen eine Erleichterung sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Jemand hat einen Verkehrsunfall beobachtet, bei dem ein Mensch zu Tode gekommen ist. Nach diesem Erlebnis bekommt er die Bilder nicht mehr aus dem Kopf, wacht nachts davon auf und bekommt auch tags\u00fcber immer wieder Flashbacks, die von bestimmten Reizen (Gespr\u00e4chsthemen, Ger\u00fcche, Bilder) ausgel\u00f6st werden und seine Lebensqualit\u00e4t und Arbeitsf\u00e4higkeit sehr einschr\u00e4nken. Wie oben beschrieben, werden zuerst m\u00f6gliche Widerst\u00e4nde gegen die Auseinandersetzung mit dem Erlebnis bearbeitet. Ist es m\u00f6glich, sich dem eigentlichen traumatischen Erleben zuzuwenden, k\u00f6nnen verschiedene Ans\u00e4tze zur Anwendung kommen.<\/p>\n<p>Gerne wende ich folgende Methode an: Der Betroffene erz\u00e4hlt, beginnend vor dem Ereignis, von Anfang an, was er erlebt hat. Sobald eine Erinnerungssequenz eine emotionale Ladung hat, wird diese mit einer passenden Technik aufgel\u00f6st. Dann wird die Erz\u00e4hlung wieder von Anfang an begonnen, und sobald die n\u00e4chste geladene Sequenz erscheint, wird wie zuvor verfahren. Damit wird fortgefahren, bis sich die gesamte emotionale Ladung aus dem ganzen Erlebnis aufgel\u00f6st\u00a0hat.<\/p>\n<p>Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei vielen danach das Ereignis zwar noch als Erinnerung vorhanden ist, doch es belastet meistens nicht mehr derart. Die damit verbundenen negativen Gef\u00fchle und Zust\u00e4nde traten bei den Betreffenden\u00a0in der Regel nicht mehr auf oder waren\u00a0zumindest stark abgeschw\u00e4cht. Kamen\u00a0sp\u00e4ter noch andere, bisher unbemerkte Aspekte zum Vorschein, konnten\u00a0diese im Nachhinein ebenfalls aufgearbeitet werden.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnen meiner Erfahrung nach auf diese Weise die meisten Traumata bearbeitet werden. Es besteht also die M\u00f6glichkeit, die Belastungen der Vergangenheit hinter sich zu lassen und eine neue Lebensqualit\u00e4t zu verwirklichen.<\/p>\n<h3><a href=\"https:\/\/ulrich-heister.de\/\">Erfahre, was mit moderner Psychotherapie m\u00f6glich ist!<\/a><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wort Trauma kommt aus dem Griechischen und bedeutet Verletzung. Es gibt k\u00f6rperliche Traumata und psychische. Ich m\u00f6chte mich hier auf die zweiten beziehen. Sie entstehen beispielsweise durch Katastrophen, Krieg, Vergewaltigung, Missbrauch, Unfall, erlebte oder beobachtete Gewalt, Dem\u00fctigung oder Verlust. Betroffene Menschen f\u00fchlen sich meistens ausgeliefert, hilflos oder tief ersch\u00fcttert. 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