{"id":1348,"date":"2016-05-28T09:00:06","date_gmt":"2016-05-28T07:00:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/?p=1348"},"modified":"2021-01-31T14:14:20","modified_gmt":"2021-01-31T13:14:20","slug":"bewusstseins-notiz-21-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/bewusstseins-notiz-21-2016\/","title":{"rendered":"Einfach mal ausreden lassen \u2013 k\u00f6nnen Sie das?"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fchlen Sie sich auch \u00f6fter genervt von Leuten, die Ihnen ins Wort fallen? Oder passiert es Ihnen sogar umgekehrt, dass andere Sie auffordern, sie nicht zu unterbrechen? Es gibt Umst\u00e4nde, in denen es nicht leicht ist, ein geordnetes Gespr\u00e4ch zu f\u00fchren. Warum ist das so? Und geht es auch anders? In diesem Newsletter m\u00f6chte ich dieses Ph\u00e4nomen genauer beleuchten und einige Tipps f\u00fcr eine funktionierende Gespr\u00e4chskultur in Beziehungen geben.<\/p>\n<p>Die meisten Gespr\u00e4che laufen eher unproblematisch ab. Jeder sagt, was er zu sagen hat, ohne Spannung und meist ohne oder nur mit geringer emotionaler Ladung. Manchmal wird das Rederecht auch durch Hierarchien bestimmt. Hier agieren die Gespr\u00e4chspartner meist vernunftgesteuert innerhalb ihrer Rollen. Wenn gute Freunde in bester Laune miteinander sprechen, fallen sie sich h\u00e4ufig gegenseitig ins Wort und erg\u00e4nzen einander die S\u00e4tze. Das ist dann v\u00f6llig in Ordnung und hat eher eine verbindende Wirkung.<\/p>\n<p>Bed\u00fcrfnisse achten<\/p>\n<p>Die Bitte oder Aufforderung nicht zu unterbrechen erfolgt meistens in Streitgespr\u00e4chen. Menschen wollen vom Gegen\u00fcber mit ihren Bed\u00fcrfnissen geh\u00f6rt werden. Redet der andere, bevor sie ihren Satz beendet haben, f\u00fchlen sich missachtet und nicht richtig wahrgenommen. Die Situation kann sich aufschaukeln. M\u00f6chten Sie deeskalierend wirken, k\u00f6nnen Sie dies mit den folgenden Tipps leicht tun. Voraussetzung ist nat\u00fcrlich, dass Ihnen es Ihr Gespr\u00e4chspartner oder der Anlass wert ist. Sollte dies nicht so sein, k\u00f6nnen Sie sich getrost fragen, warum Sie \u00fcberhaupt in der unerw\u00fcnschten Gespr\u00e4chssituation verharren.<\/p>\n<p>Wenn Sie jedoch an einer Einigung oder gar, im gr\u00f6\u00dferen Zusammenhang, an einer vern\u00fcnftigen Gespr\u00e4chskultur in einer Beziehung interessiert sein, hier ein paar praktische Anregungen. Ich habe sie am Beispiel eines Gespr\u00e4chs innerhalb einer Paar- oder Familienbeziehung entwickelt. Aber auch in beruflichen Zusammenh\u00e4ngen und Sachbeziehungen k\u00f6nnen einige der Hinweise n\u00fctzlich sein.<\/p>\n<p>\u00dcbertreiben Sie!<\/p>\n<p>Ist das Gespr\u00e4ch emotional sehr geladen? Dann verabreden Sie doch einmal, es zun\u00e4chst bewusst zu \u00fcbertreiben. Schreien Sie sich absichtsvoll an und blaffen Sie alles heraus, was Sie zu sagen haben. Auch gleichzeitig. Hierzu ist nat\u00fcrlich vorteilhaft, eine Metaebene einnehmen zu k\u00f6nnen. Das hei\u00dft, sich w\u00e4hrenddessen soweit aus der Identifikation mit dem Streit distanzieren zu k\u00f6nnen, dass Sie das gr\u00f6\u00dfere Bild des Ereignisses \u00fcberblicken. Je nachdem, wie vertraut sie miteinander sind und wie gut aufeinander eingespielt, k\u00f6nnen Sie auch Kraftausdr\u00fccke verwenden. Hierbei geht es darum, die eigenen Gef\u00fchle auszudr\u00fccken und auszuleben. Ist hiernach die Atmosph\u00e4re gereinigt, geht es mit einem Gespr\u00e4ch weiter, denn gel\u00f6st ist das urspr\u00fcngliche Problem bestimmt noch nicht.<\/p>\n<p>Setzen Sie sich gemeinsam hin. Einigen Sie sich darauf, einen Konsens finden zu wollen, sonst lohnt sich der Aufwand nicht. Alle Gespr\u00e4chspartner sollten daran interessiert sein, wohlwollend miteinander umzugehen. Eine gute M\u00f6glichkeit, dies zu signalisieren ist, den anderen in seinen Bed\u00fcrfnissen wahrzunehmen und auf diese einzugehen. \u201eJa, ich habe verstanden, dass du dich ignoriert f\u00fchlst und mehr Zeit mit mir verbringen m\u00f6chtest.\u201c Danach teilen Sie Ihr eigenes Bed\u00fcrfnis mit.<\/p>\n<p>Sollte es Probleme mit der Redezeit geben, hier zwei Vorschl\u00e4ge: Legen Sie einen Gegenstand in die Mitte. Dies kann ein einfacher Kieselstein oder ein St\u00fcck Holz sein. Wer reden m\u00f6chte, nimmt den Gegenstand auf, er hat das Wort. Der andere schweigt und h\u00f6rt zu. Wer fertig ist, legt den Gegenstand zur\u00fcck und ein anderer kann ihn nehmen, um zu sprechen. Die Zeit, die der Gegenstand behalten werden kann, kann in gemeinsamer Absprache begrenzt werden.<\/p>\n<p>Eine andere M\u00f6glichkeit ist, dass Sie von vornherein die jeweilige Redezeit auf 10 oder 15 Minuten festlegen. Jedem steht diese Zeit abwechselnd zur Verf\u00fcgung. Sie darf nicht verk\u00fcrzt oder verl\u00e4ngert werden. Es muss nicht gesprochen werden. Ist alles vor Ablauf der Zeit gesagt, kann die Schweigephase sehr heilsam wirken. Jeder kommt gleich oft an die Reihe.<\/p>\n<p>Meistens geht es nicht um das Thema, sondern um Kommunikation<\/p>\n<p>Gerade innerhalb einer Beziehung liegt der eigentliche Grund des Streites oft nicht in dem Thema, um das es in dem Gespr\u00e4ch gerade geht. Meist liegt das Problem in der Kommunikation selbst. F\u00fchlt sich der andere wahrgenommen und in seinen Bed\u00fcrfnissen geachtet, entstehen meistens erst gar keine gravierenden Spannungen, welche die Beziehung gef\u00e4hrden oder konstruktive Gespr\u00e4che nicht zulassen.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Dass es selbst in guten Beziehungen mit einer sehr achtsamen Gespr\u00e4chskultur hin und wieder zu Streitigkeiten und Missverst\u00e4ndnissen kommt, ist v\u00f6llig in Ordnung. Seien Sie nicht zu streng mit sich selbst, wenn es auch einmal gr\u00fcndlich daneben geht, sondern nehmen Sie es am besten mit Humor!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fchlen Sie sich auch \u00f6fter genervt von Leuten, die Ihnen ins Wort fallen? Oder passiert es Ihnen sogar umgekehrt, dass andere Sie auffordern, sie nicht zu unterbrechen? Es gibt Umst\u00e4nde, in denen es nicht leicht ist, ein geordnetes Gespr\u00e4ch zu f\u00fchren. Warum ist das so? Und geht es auch anders? 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