{"id":1616,"date":"2017-04-14T11:30:52","date_gmt":"2017-04-14T09:30:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/?p=1616"},"modified":"2019-05-20T16:39:36","modified_gmt":"2019-05-20T14:39:36","slug":"mein-partner-bemueht-sich-nicht-um-unsere-beziehung-was-kann-ich-tun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/mein-partner-bemueht-sich-nicht-um-unsere-beziehung-was-kann-ich-tun\/","title":{"rendered":"\u201eMein Partner bem\u00fcht sich nicht um unsere Beziehung! Was kann ich tun?\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Was k\u00f6nnen Sie tun, wenn Sie feststellen, dass Ihre Partnerschaft weit hinter Ihren W\u00fcnschen zur\u00fcckbleibt oder Sie gar eine handfeste Krise durchmachen und der Partner keinerlei Interesse zeigt, sich konstruktiv mit der Situation zu befassen?<\/p>\n<h3>Die Partnerschaft, das lebendige Wesen<\/h3>\n<p>Jede Partnerschaft braucht Aufmerksamkeit und Pflege, damit sie gedeihen kann; vor allem, wenn sie dauerhaft sein soll. Es kann jedoch sein, dass ein Partner (ich w\u00e4hle hier nur der besseren Lesbarkeit wegen durchgehend die m\u00e4nnliche Form) nicht einsieht, dass er sich f\u00fcr eine funktionierende Beziehung selbst engagieren soll. Er ist offenbar nicht bereit, seinen Teil zu leisten, damit sie lebendig bleibt und nicht in Routine versumpft.<\/p>\n<p>Der Beruf fordert viel Zeit und Kraft, die Bed\u00fcrfnisse der Kinder m\u00fcssen erf\u00fcllt werden, der Haushalt verlangt viel ab, oder den gesellschaftlichen Verpflichtungen muss Gen\u00fcge getan werden. Manchmal wird der Partner oder die Beziehung so selbstverst\u00e4ndlich, dass schlicht \u00fcbersehen wird, dass f\u00fcr beide Sorge getragen werden muss. Das Bewusstsein f\u00fcr die Notwendigkeit, etwas f\u00fcr die Beziehung zu tun, kann im Trubel des Alltages leicht verloren gehen.<\/p>\n<h3>Das Vorw\u00fcrfe-Ping-Pong beginnt &#8230;<\/h3>\n<p>Irgendwann stellt einer der Partner fest, dass in der Partnerschaft etwas nicht stimmt. Eine Unzufriedenheit stellt sich ein, oder Bed\u00fcrfnisse werden nicht erf\u00fcllt. Es kommt zu Spannungen, der Ton in Gespr\u00e4chen wird sch\u00e4rfer, und ein Streit bricht los. Das Vorw\u00fcrfe-Ping-Pong f\u00e4ngt an und beide wollen Recht behalten, weil sie sich beide ungerecht behandelt und missverstanden f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Sind die Emotionen nach dem Streit entladen, stellt sich wieder f\u00fcr eine gewisse Zeit Friede ein. Er h\u00e4lt jedoch meist nicht lange, wenn die grundlegenden Ursachen nicht angesprochen und gel\u00f6st werden. Irgendwann wiederholt sich das Schauspiel und in der Regel f\u00e4ngt dies nach einer gewissen Zeit an zu nerven.<\/p>\n<h3>&#8230; aber nur einer will gemeinsam daran arbeiten<\/h3>\n<p>Es k\u00f6nnte einer der beiden auf die Idee kommen, dass es sinnvoll ist, sich das Problem gemeinsam gr\u00fcndlich anzuschauen und aus der Welt zu schaffen. Was aber, wenn der andere das gar nicht einsieht und keinerlei Interesse daran hat? Oder er sich nur halbherzig beteiligt und keine eigenen Bem\u00fchungen zur Verbesserung zeigt?<\/p>\n<p>Das ist ein echtes Problem, das nicht leicht zu l\u00f6sen ist. Aber es gibt Ans\u00e4tze, die Sie versuchen k\u00f6nnen. Ich setze voraus, dass Sie bereit erfolglos versucht haben,\u00a0 Gespr\u00e4che anzuregen oder Ihre Bed\u00fcrfnisse mitzuteilen.<\/p>\n<h3>Ansatz 1: Niemand hat eine Beziehung allein<\/h3>\n<p>Dies ist meiner Ansicht nach die wichtigste Erkenntnis f\u00fcr beide Beteiligte: Gibt es ein Problem in einer Beziehung, haben beide ein Problem. Es ist niemals nur einer, der ein Problem verursacht. Beide haben Anteil daran. Beide haben die Entstehung beg\u00fcnstigt. Eine Beziehung bildet mit der Zeit eine eigene \u201eWesenheit\u201c aus. Beide pr\u00e4gen sie und beide leben in ihr. Entsteht in ihr eine Dissonanz, kann keiner der beiden sagen: \u201eDamit habe ich nichts zu tun!\u201c<\/p>\n<p>Leider ist diese Einsicht jedoch f\u00fcr viele zu abstrakt, zu abgehoben und zu unbequem. Sie ignorieren sie lieber.<\/p>\n<p>Eine solche Haltung ist f\u00fcr die Beziehung sehr destruktiv. Machen Sie dies Ihrem Partner klar. Sagen Sie ihm, die Beziehung kann nur weiter bestehen, wenn sich beide aktiv um sie k\u00fcmmern. Und zeichnen Sie ein Szenario auf, was ihrer Ansicht nach geschieht, wenn dies nicht passiert. Das k\u00f6nnte die Motivation Ihres Partners st\u00e4rken, sich mehr f\u00fcr die Beziehung einzusetzen. Auf jeden Fall schafft es Klarheit und macht Ihren Standpunkt und Ihre Bed\u00fcrfnisse deutlich.<\/p>\n<h3>Ansatz 2: Gemeinsame Ausrichtung schaffen<\/h3>\n<p>Zu Beginn einer Beziehung definieren beide Partner in der Regel die Art ihrer Beziehung und teilen einander mit, warum sie den anderen m\u00f6gen und mit ihm zusammen sein m\u00f6chten. Das geschieht beil\u00e4ufig oder wird absichtsvoll besprochen. Ihre Beziehung bekommt eine Ausrichtung. Haben Sie nun den Eindruck, Ihr Partner setzt sich nicht genug f\u00fcr ihre Beziehung ein, erinnern Sie ihn an ihre urspr\u00fcnglichen gemeinsamen W\u00fcnsche und Pl\u00e4ne. Dies kann helfen, wieder mehr Aufmerksamkeit in ihren partnerschaftlichen Prozess zu bringen.<\/p>\n<p>Liegt der Beginn Ihrer Beziehung weit zur\u00fcck, haben sich Ihre Ziele ge\u00e4ndert oder Sie haben sich noch nie Gedanken \u00fcber eine gemeinsame Ausrichtung gemacht, dann k\u00f6nnten und sollten Sie das jetzt auf jeden Fall tun. Wie Sie da herangehen k\u00f6nnen, habe ich in <a href=\"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/als-paar-einen-eine-vision-entwickeln\/\">diesem Artikel<\/a> beschrieben.<\/p>\n<h3>Ansatz 3: Paargespr\u00e4che f\u00fcr intensiven, ber\u00fchrenden Austausch<\/h3>\n<p>Eine weitere sehr lohnenswerte M\u00f6glichkeit, die Beziehung zu beleben und eine tiefere Verbindung zwischen den Partnern (wieder) herzustellen sind Paargespr\u00e4che. Verlieren die Partner den Bezug zueinander oder leben sich gar auseinander, so hat dies meist vor allem einen Grund: Sie reden nicht genug miteinander. Der eine wei\u00df vom anderen nicht, was ihn gerade besch\u00e4ftigt, was ihm wichtig ist oder was er denkt. Es findet kein intensiver und ber\u00fchrender Austausch statt.<\/p>\n<p>Lassen Sie nicht zu, dass das Schweigen Ihre Beziehung zersetzt. Setzen Sie sich w\u00f6chentlich zu einem Gespr\u00e4ch mit fest definiertem Ablauf zusammen. Am besten zu einer Zeit, in der relative Ruhe herrscht und Sie ungest\u00f6rt sein k\u00f6nnen. N\u00f6tigenfalls schaffen Sie sich diesen Raum. Machen Sie es sich gem\u00fctlich und sorgen Sie f\u00fcr eine behagliche Atmosph\u00e4re. Nun haben beide abwechselnd jeweils drei mal 15 Minuten Redezeit, sodass das Gespr\u00e4ch 1,5 Stunden dauert. W\u00e4hrend der eine spricht, h\u00f6rt der andere zu. Es sollten keine Vorw\u00fcrfe gemacht oder Rechtfertigungen eingefordert werden, sondern von sich selbst gesprochen werden. Die Haltung beider ist idealerweise konstruktiv und wertsch\u00e4tzend. Eine genauere Beschreibung der <a href=\"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/eine-lebendige-und-vertrauensvolle-paar-beziehung-fuehren\/\">Paargespr\u00e4che finden Sie hier<\/a>.<\/p>\n<h3>Ansatz 4: Machen Sie Ihr Ding<\/h3>\n<p>Wir k\u00f6nnen niemanden \u00e4ndern. Dauerhafte Wandlungen k\u00f6nnen immer nur aus einem selbst heraus entstehen, indem er selbst den Wunsch danach hat. Der Versuch, diesen Wunsch jemand anderem aufzuzwingen, erzeugt eher Widerstand und st\u00e4rkt das Gegenteil.<\/p>\n<p>Aber es gibt eine M\u00f6glichkeit den Wunsch nach Ver\u00e4nderung zu induzieren: Machen Sie Ihr Ding. Dadurch werden Sie zu einem Vorbild. Tun Sie das, was Ihnen gef\u00e4llt. Treffen Sie sich mit Freunden, besuchen Sie Seminare oder unternehmen Sie, was Ihnen gut tut.<\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnen nicht <em>nicht<\/em> Vorbild sein, positiv wie negativ. Beteiligt sich Ihr Partner nicht an Ihrem Leben, so, wie Sie es sich w\u00fcnschen, leben Sie es aus sich selbst heraus. \u00dcbernehmen Sie die eigene Verantwortung f\u00fcr Ihr Gl\u00fcck. Grenzen Sie Ihren Partner dabei aber nicht absichtlich aus und versuchen Sie nicht, ihn zu motivieren. Vielleicht bemerkt er, was ihm entgeht. Vielleicht beeindruckt es ihn, wie es Ihnen besser geht. Vor allem: Sie zeigen, dass Sie nicht von Ihm abh\u00e4ngig sind. Es ist sehr wahrscheinlich, dass allein durch Ihre Aktivit\u00e4t neuer Wind in Ihre Beziehung kommt und sich Ihre W\u00fcnsche an die Partnerschaft erf\u00fcllen.<\/p>\n<h3>Ansatz 5: Trennung<\/h3>\n<p>Sollten diese ersten vier Ans\u00e4tze nichts genutzt haben und auch sonstige Bem\u00fchungen ins Leere gelaufen sein, fragen Sie sich, ob Ihr Partner wirklich der richtige f\u00fcr Sie ist. Zeigt er sich tats\u00e4chlich weiterhin uninteressiert und unbeteiligt, ist ihm Ihre Partnerschaft wahrscheinlich nicht wichtig. Warum sollten Sie mit ihm zusammen sein? Vielleicht m\u00f6gen oder lieben Sie ihn dennoch, oder es spielen existenzielle Gr\u00fcnde eine Rolle? Machen Sie sich ganz klar, was Sie genau wollen. Was auch immer Ihre Beweggr\u00fcnde sind: Es gibt sicher andere Menschen, die besser zu Ihnen passen und Sie sind grunds\u00e4tzlich in der Lage, selbst f\u00fcr sich zu sorgen. Eine Beziehung, die aus einer Abh\u00e4ngigkeit heraus gef\u00fchrt wird, kann nicht gl\u00fccklich machen.<\/p>\n<p>Teilen Sie Ihrem Partner ganz klar mit, wie Sie \u00fcber Ihre Beziehung denken. Sagen Sie ausdr\u00fccklich, was Sie empfinden und was Sie sich w\u00fcnschen. Beschreiben Sie genau, was sich \u00e4ndern muss, damit Sie in der Beziehung bleiben. Stellen Sie ein Ultimatum mit einer realistischen Frist, wann Sie wieder Ihren Beziehungs-Status checken. Sollte das Ergebnis positiv sein, besprechen Sie, wie Sie diesen Zustand stabilisieren und verbessern k\u00f6nnen. Im anderen Fall trennen Sie sich. Konsequent.<\/p>\n<h3>Paarsitzungen k\u00f6nnen helfen<\/h3>\n<p>Bis zur Trennung muss es nicht unbedingt kommen. Paarsitzungen bieten die M\u00f6glichkeit, Schwierigkeiten und Probleme aufzul\u00f6sen. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen beide dazu bereit sein. Es m\u00fcssen innere Widerst\u00e4nde \u00fcberwunden werden (\u201eIch brauche doch keine Therapie!\u201c) oder falsche Vorstellungen \u00fcber die Inhalte der Therapie beseitigt werden (\u201eDa muss ich Dinge sagen oder tun, die ich gar nicht will!\u201c).<\/p>\n<p>Liegt beiden etwas an der Beziehung und sehen beide ein, dass Kl\u00e4rung n\u00f6tig ist, sollte es kein Problem sein zu erkennen, wie wertvoll eine Paartherapie sein kann. Dies gilt vor allem, wenn eigene Bem\u00fchungen keine Verbesserungen brachten. In der ersten Sitzung werden im Gespr\u00e4ch mit allen Beteiligten die bestehenden Probleme und die jeweiligen W\u00fcnsche besprochen. Danach hat es sich bew\u00e4hrt, dass beide Partner in Einzelsitzungen unabh\u00e4ngig voneinander Ihre Anteile an den Konflikten kl\u00e4ren und aufarbeiten. Zum Abschluss erfolgt wieder eine gemeinsame Sitzung.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Fall, dass der andere nicht dazu zu bewegen ist, aktiv zu werden, hat die Erfahrung jedoch gezeigt, dass gut positive Ergebnisse auch erreicht werden k\u00f6nnen, wenn nur einer der Partner an sich arbeitet und seine eigenen Dinge kl\u00e4rt. Zum einen f\u00e4llt es ihm leichter, seine Bed\u00fcrfnisse zu kommunizieren, und er verh\u00e4lt sich selbstbestimmter und klarer. Es ver\u00e4ndert die \u201eWesenheit\u201c der Beziehung, wenn auch einseitig. Klienten haben mir schon oft berichtet, dass sich Ihr Partner ver\u00e4ndert hat, ohne dass sich absichtlich darauf eingewirkt h\u00e4tten. Der oder die andere sei beispielsweise offener, f\u00fcrsorglicher oder liebevoller geworden.<\/p>\n<p>Hier bewahrheitet sich die alte Weisheit: Die Umwelt spiegelt unsere eigenen \u00dcberzeugungsmuster. \u00c4ndern wir uns selbst, scheint sich die Welt zu \u00e4ndern! Mit anderen Worten: Wir haben den Partner, der uns entspricht \u2013\u00a0im Positiven wie im Negativen. \u00c4ndern wir uns, hat der Partner den Raum, sich ebenfalls zu \u00e4ndern. Oder es wird klar, dass es Zeit ist f\u00fcr einen anderen Partner. In jedem Fall haben so beide Partner, die M\u00f6glichkeit, wieder ein selbstbestimmtes, gl\u00fcckliches Leben zu f\u00fchren und sich weiterzuentwickeln, mit der Art der Beziehung, die ihnen entspricht.<\/p>\n<p>Auch interessant:<br \/>\n<a title=\"Permanenter Link zu: Eine lebendige und vertrauensvolle Paar-Beziehung f\u00fchren\" href=\"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/eine-lebendige-und-vertrauensvolle-paar-beziehung-fuehren\/\" rel=\"bookmark\">Eine lebendige und vertrauensvolle Paar-Beziehung f\u00fchren <\/a><br \/>\n<a title=\"Permanenter Link zu: Als Paar einen Plan und eine Vision f\u00fcr das gemeinsame Leben entwickeln\" href=\"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/als-paar-einen-eine-vision-entwickeln\/\" rel=\"bookmark\">Als Paar einen Plan und eine Vision f\u00fcr das gemeinsame Leben entwickeln <\/a><\/p>\n<h3><a href=\"https:\/\/ulrich-heister.de\/\">Erfahre, was mit moderner Psychotherapie m\u00f6glich ist!<\/a><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was k\u00f6nnen Sie tun, wenn Sie feststellen, dass Ihre Partnerschaft weit hinter Ihren W\u00fcnschen zur\u00fcckbleibt oder Sie gar eine handfeste Krise durchmachen und der Partner keinerlei Interesse zeigt, sich konstruktiv mit der Situation zu befassen? 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