{"id":1645,"date":"2017-05-26T08:30:14","date_gmt":"2017-05-26T06:30:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/?p=1645"},"modified":"2019-05-20T16:39:13","modified_gmt":"2019-05-20T14:39:13","slug":"mein-chef-ist-doof-acht-tipps-wie-sie-trotzdem-mit-ihm-klar-kommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/mein-chef-ist-doof-acht-tipps-wie-sie-trotzdem-mit-ihm-klar-kommen\/","title":{"rendered":"Mein Chef ist doof! Acht Tipps, wie Sie trotzdem mit ihm klar kommen."},"content":{"rendered":"<p>Haben Sie einen Chef oder eine Chefin, mit dem oder der Sie nicht gut klar kommen? Gibt es Kommunikationsprobleme oder verh\u00e4lt er oder sie sich Ihnen gegen\u00fcber unfreundlich oder bossy? Sie sind unzufrieden und m\u00f6chten etwas \u00e4ndern? In diesem Artikel gehe ich davon aus, dass es sich nicht um massive \u00dcbergriffe handelt und Sie grunds\u00e4tzlich diese Stelle behalten m\u00f6chten. Anderenfalls sollte Sie sich nat\u00fcrlich einen neuen Job suchen oder gar juristische Schritte einleiten. Ich gehe hier darauf ein, was Sie bei nervigen beziehungsweise belastenden Situationen tun k\u00f6nnen und wo Sie von Ihrer Seite aus ansetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Tipp 1: Sie m\u00fcssen Ihren Chef nicht m\u00f6gen<\/h3>\n<p>Machen Sie sich klar, dass Sie Ihren Chef nicht m\u00f6gen m\u00fcssen. Sie haben ein Arbeitsverh\u00e4ltnis. F\u00fcr Sie ist nur wichtig, dass Sie Ihre Arbeit erledigen und Ihre T\u00e4tigkeit der Stellenbeschreibung entspricht. Alles W\u00ad\u00ad\u00adeitere ist optional. Nat\u00fcrlich ist es wesentlich entspannter und angenehmer, wenn das Arbeitsklima freundlich oder gar freundschaftlich ist und wenn man sich mit dem Chef versteht. Tappen Sie jedoch nicht in die Harmonie-Falle, die Ihnen lediglich Energie raubt.<\/p>\n<p>Je h\u00f6her Ihre Erwartung an Ihren Beruf ist und je wichtiger es f\u00fcr Sie ist, sich dar\u00fcber zu verwirklichen, desto mehr Wert werden Sie auf Ihr Umfeld bei der Arbeit legen. Fragen Sie sich also, welchen Stellenwert Ihre T\u00e4tigkeit f\u00fcr Sie hat. Ist es ein Job, um Ihre Miete zu bezahlen und den K\u00fchlschrank zu f\u00fcllen oder ist Ihr Beruf ein sehr pers\u00f6nliches Anliegen? Im ersten Fall ist es wohl am besten, einfach Ihren Job zu machen. Reiben Sie sich nicht zu sehr damit auf, die Stimmung zu heben. Im zweiten Fall lohnt es sich, sich zu engagieren, da Ihr eigenes Selbstverst\u00e4ndnis und Ihre Zufriedenheit dies erfordern.<\/p>\n<p>\u00dcberlegen Sie sich also genau, was Sie wollen und wie viel Energie Sie bereit sind zu investieren. Reicht es Ihnen, einen inneren Zustand der Zufriedenheit zu erreichen oder m\u00f6chten Sie aktiven Einfluss auf Ihr Arbeitsumfeld nehmen? Es folgen Tipps f\u00fcr beide Wirkungsebenen.<\/p>\n<h3>Innere Zufriedenheit erreichen<\/h3>\n<h3>Tipp 2: Nehmen Sie es nicht so pers\u00f6nlich<\/h3>\n<p>Wenn sich Ihr Chef bl\u00f6d verh\u00e4lt, er sonderbare Dinge sagt oder unfair erscheint, nehmen Sie es nicht pers\u00f6nlich! Sie haben nicht die M\u00f6glichkeit, zu beeinflussen, wie sich Ihr Chef verh\u00e4lt und was er sagt. Doch Sie haben immer die Wahl, wie sehr Sie es auf sich selbst beziehen, wie Sie sich dadurch f\u00fchlen und wie Sie reagieren.<\/p>\n<p>Dies ist Ihre \u201emagische Kraft\u201c! Entscheiden Sie, was Sie an sich heranlassen und was Sie abperlen lassen! Das ist nat\u00fcrlich nicht immer leicht, aber es l\u00e4sst sich trainieren. Am wichtigsten ist es, die geistige Wachheit zu bewahren, um in der Beobachterposition zu bleiben und sich nicht in das Schauspiel hineinziehen zu lassen. <a href=\"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/annaherung\/\">Hierbei kann diese \u00dcbung helfen<\/a>.<\/p>\n<p>Manchmal lassen uns unsere pers\u00f6nlichen Muster immer wieder mit in das Drama einsteigen. Das ist der Fall, wenn Sie beobachten, dass Sie sich bem\u00fchen, etwas nicht pers\u00f6nlich zu nehmen, es jedoch nicht richtig klappt. Sie k\u00f6nnen einfach nicht \u201ecool\u201c bleiben. Dann ist es sinnvoll, tiefer zu gehen und sich zu fragen, wann Sie fr\u00fcher schon mal mit solch einem Verhalten zu tun hatten. Haben Sie die Zusammenh\u00e4nge mit Ihrer Vergangenheit erkannt, wird es leichter gelingen.<\/p>\n<h3>Tipp 3: Sich selbst abgrenzen<\/h3>\n<p>Ziehen Sie eine Grenze, indem Sie sich klar machen, was Sie mitmachen und was nicht. Wird diese Grenze \u00fcberschritten, geben Sie ein genauso freundliches wie klares Statement ab, wie Sie das Verhalten Ihres Vorgesetzten empfinden. Denken Sie daran: Ein Mensch, der einen klaren Standpunkt hat und ihn mitteilt, bekommt mehr Respekt und Achtung entgegengebracht, als jemand, der immer kuscht und einsteckt.<\/p>\n<p>Nicht wenige Chefs sind froh, wenn Sie ein Gegen\u00fcber finden, das in der Lage ist, ihnen Feedback zu geben und das nicht alles kritiklos mitmacht. Die Position an der Spitze ist manchmal sehr einsam. Da tut es gut, jemandem auf Augenh\u00f6he zu begegnen. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen Sie selbst einsch\u00e4tzen, wie solch ein Verhalten bei Ihrem Chef ankommen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wichtig ist, dass Sie sich mitteilen. M\u00f6glicherweise war die get\u00e4tigte Grenz\u00fcberschreitung nicht beabsichtigt und nicht mit b\u00f6sem Willen geschehen. Oder sie entsprang einer unbewussten Verhaltensweise, die Ihrem Boss auf diese Weise klar werden kann. Dies allein kann schon eine Ver\u00e4nderung bewirken.<\/p>\n<h3>Tipp 4: Sehen Sie es als dass, was es ist<\/h3>\n<p>Zur Abgrenzung geh\u00f6rt auch, Dinge oder Ereignisse einfach als das zu sehen, was sie sind. Wenn der Chef w\u00fctend ist, neigen wir h\u00e4ufig dazu, einen eigenen Anteil darin zu finden. Alte Verhaltensprogramme verleiten uns, uns schuldig zu f\u00fchlen, zu denken, etwas falsch gemacht zu haben, nicht kompetent genug zu sein oder \u00e4hnliches.<\/p>\n<p>Doch \u00fcberwinden Sie diese Reaktionsweise und sehen Sie es einfach als dass, was es ist: ein Mann der w\u00fctend ist. Das ist absolut sein Ding. Er hat die Verantwortung f\u00fcr seine Gef\u00fchle, genauso, wie Sie f\u00fcr Ihre eigenen. \u00dcbernehmen Sie nicht seine Verantwortung. Wie Sie reagieren ist Ihr Ding. Sie k\u00f6nnen sich zust\u00e4ndig f\u00fchlen, wenn Sie das m\u00f6chten. Oder lassen Sie das, was geschieht, einfach bei dem anderen.<\/p>\n<p>Wenn Sie sich nicht mit den Gef\u00fchlen anderer identifizieren, haben Sie wesentlich mehr Freiheitsgrade zu reagieren und mit der Situation umzugehen. Das gelingt nat\u00fcrlich nicht immer sofort, aber \u00fcben Sie es immer wieder in den verschiedensten Situationen. Dies kann in allen Lebensbereichen sehr hilfreich sein.<\/p>\n<h3>Tipp 5: Ist Ihr Chef ein Spiegel f\u00fcr Sie?<\/h3>\n<p>Wir Menschen tragen alle eine ziemliche Anzahl von pers\u00f6nlichen Mustern (<a href=\"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/uberzeugungen\/\">lesen Sie hier mehr dar\u00fcber<\/a>) mit uns herum, die uns in bestimmten Situationen, oder im Zusammensein mit bestimmten Menschen, automatisch reagieren lassen. Wir haben dann nicht die Wahl zu entscheiden, wie wir reagieren m\u00f6chten, sondern folgen einem bestimmten Stereotyp. Wir bekommen Angst, f\u00fchlen uns schwach oder unsicher, bekommen ein ungutes Gef\u00fchl oder wollen einfach nur weg.<\/p>\n<p>Gerade Chefs sind Menschen, die aufgrund Ihrer Position, leicht solche Muster ausl\u00f6sen. Hat jemand beispielsweise unaufgel\u00f6ste Vater-Themen oder schlechte Erfahrungen mit autorit\u00e4ren Menschen gemacht, kann dies bei der Arbeit ziemliche Probleme bereiten. Er f\u00e4llt gegen\u00fcber seinem Vorgesetzten in eine alte Rolle aus der Vergangenheit und ist unf\u00e4hig sich als erwachsener, gleichberechtigter Mensch zu f\u00fchlen und zu verhalten.<\/p>\n<p>Um solche Muster aufzul\u00f6sen, ist es sinnvoll, ein gewisses Ma\u00df an Selbstreflexion zu besitzen und \u00fcber eine Methode zu verf\u00fcgen, eigene Muster bearbeiten zu k\u00f6nnen. Eine solche einfache, wie wirkungsvolle <a href=\"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/die-methode-einfuhrung\/\">Methode habe ich hier<\/a> beschrieben. Nehmen Sie sich Zeit, sich in diese Methode einzuarbeiten und \u00fcben Sie die Anwendung, bevor sie \u201ehei\u00dfe Eisen\u201c angehen. Sollten Sie alleine nicht zurechtkommen, sollten Sie sich Hilfe bei einem Profi suchen. In einem derartigen Fall sollte eine einzelne Sitzung ausreichen, um solch eine automatische Verhaltensweise aufzul\u00f6sen.<\/p>\n<h3>Im Au\u00dfen aktiv werden<\/h3>\n<h3>Tipp 6: Das Gespr\u00e4ch suchen<\/h3>\n<p>Wenn Sie sich auf der pers\u00f6nlichen Ebene mit dem Verhalten Ihres Chefs auseinandergesetzt haben, erzielten Sie dort vielleicht bereits eine Verbesserung. Ist die Situation f\u00fcr Sie aber immer noch nicht zufriedenstellend, sollten Sie das Gespr\u00e4ch mit ihm suchen. Das ist der naheliegende Weg und Sie k\u00f6nnten ihn nat\u00fcrlich auch immer sofort gehen, doch ist es sehr hilfreich, zuvor eine eigene Klarheit \u00fcber die Situation und in Bezug auf sich selbst gefunden zu haben.<\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch kann es sehr n\u00fctzlich sein, Ihr Anliegen nach folgendem Muster anzubringen: Beobachtung \u2013 Gef\u00fchl \u2013 Bed\u00fcrfnis \u2013 Wunsch. Sagen Sie zuerst, was Sie beobachten ohne zu bewerten. Beschreiben Sie einfach, was Ihnen auff\u00e4llt. Danach teilen Sie mit, welche Gef\u00fchle das in Ihnen ausl\u00f6st. Meist werden das sicherlich unangenehme Gef\u00fchle sein. Stellen Sie dar, welchem Ihrer Bed\u00fcrfnisse sein Verhalten zuwider l\u00e4uft und wie es Ihr Bed\u00fcrfnis verletzt. Zum Schluss sagen Sie den Wunsch oder die Bitte, die Sie an Ihn haben, damit Sie sich wohler und sicherer f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: \u201eMir ist aufgefallen, dass Sie oft l\u00e4ngere Zeit hinter mir stehen und \u00fcber meine Schulter auf den Monitor schauen. Dabei f\u00fchle ich mich beobachtet und befangen. Ich m\u00f6chte w\u00e4hrend meiner Arbeit nicht kontrolliert werde und ich kann unter diesen Umst\u00e4nden nicht gut arbeiten. Wenn Sie zu dem, was ich gerade tue, Fragen haben, sprechen Sie mich doch bitte direkt an. Ich beantworte sie Ihnen gerne.\u201c<\/p>\n<p>Diese Art macht es dem anderen leicht nachzuvollziehen, was in Ihnen vorgeht und was Ihr Anliegen ist. Es ist nicht aggressiv und Sie wirken souver\u00e4n. Hierauf kann sehr gut ein weiterf\u00fchrendes Gespr\u00e4ch zur beiderseitigen Verst\u00e4ndigung aufgebaut werden.<\/p>\n<h3>Tipp 7: Was tun, bei Angst vor dem Gespr\u00e4ch?<\/h3>\n<p>Es ist nat\u00fcrlich m\u00f6glich, dass Sie Widerstand gegen oder gar Angst vor dem Gespr\u00e4ch haben. Diesen k\u00f6nnen Sie relativ leicht begegnen, indem Sie die Methoden anwenden, die ich <a href=\"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/die-methode-einfuhrung\/\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/weitere-methoden-teil-1\/\">hier<\/a> beschreiben haben. Eine gute Vorbereitung auf das Gespr\u00e4ch ist sicherlich auch sinnvoll und kann die Angst reduzieren. Was genau ist Ihr Anliegen? Was wollen Sie erreichen? Welche Argumente bringen Sie zum Ziel?<\/p>\n<p>Machen Sie sich bewusst, dass Sie das Gespr\u00e4ch auch mit Angst f\u00fchren k\u00f6nnen. Die Angst im Vorfeld des Gespr\u00e4ches resultiert meistens aus Gedanken dar\u00fcber, was alles schief gehen k\u00f6nnte oder aus der Bef\u00fcrchtung sich zu blamieren. Chefs sind auch Menschen und sind meistes dankbar f\u00fcr Offenheit, denn Sie handeln auch in seinem Interesse, indem Sie St\u00f6rungen im Betriebsablauf zu beseitigen helfen. W\u00e4hrend des Gespr\u00e4ches wird sich die Angst ziemlich sicher verfl\u00fcchtigen, da Sie Ihre ganze Aufmerksamkeit f\u00fcr die Unterhaltung brauchen.<\/p>\n<h3>Tipp 8: Setzen Sie sich im Team zusammen<\/h3>\n<p>Sollte das Thema oder die Unterredung f\u00fcr Sie alleine ein zu gro\u00dfer Brocken sein oder m\u00f6chten Sie vorher die Meinung anderer dazu h\u00f6ren, treffen Sie sich doch vielleicht mit Ihren Kollegen? Machen sie das eventuell privat und nicht w\u00e4hrend der Arbeitszeit. Sie k\u00f6nnen sich dann freier austauschen und offener reden.<\/p>\n<p>Hierbei geht es nicht darum, sich gegen den Chef zu verschw\u00f6ren, sondern nutzen sie die Gelegenheit um zu erfahren, ob nur Sie betroffen sind oder ob auch andere \u00e4hnliche Erfahrungen gemacht haben. Beraten Sie sich, was sie unternehmen k\u00f6nnten. M\u00f6glicherweise k\u00f6nnen Sie Ihr Ziel leichter erreichen, wenn sie zu mehreren eine Besprechung mit Ihrem Chef haben. Streben Sie immer eine konstruktive L\u00f6sung an.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen viel Erfolg!<\/p>\n<h3><a href=\"https:\/\/ulrich-heister.de\/\">Erfahre, was mit moderner Psychotherapie m\u00f6glich ist!<\/a><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Haben Sie einen Chef oder eine Chefin, mit dem oder der Sie nicht gut klar kommen? Gibt es Kommunikationsprobleme oder verh\u00e4lt er oder sie sich Ihnen gegen\u00fcber unfreundlich oder bossy? Sie sind unzufrieden und m\u00f6chten etwas \u00e4ndern? 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