{"id":1655,"date":"2017-06-09T08:25:29","date_gmt":"2017-06-09T06:25:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/?p=1655"},"modified":"2019-05-20T16:38:48","modified_gmt":"2019-05-20T14:38:48","slug":"es-ist-nie-zu-spaet-fuer-eine-glueckliche-kindheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/es-ist-nie-zu-spaet-fuer-eine-glueckliche-kindheit\/","title":{"rendered":"Es ist nie zu sp\u00e4t f\u00fcr eine gl\u00fcckliche Kindheit"},"content":{"rendered":"<p>Welches Gef\u00fchl stellt sich ein, wenn Sie an Ihre Kindheit zur\u00fcckdenken? Welche Personen kommen Ihnen als erstes in den Sinn? Was ist Ihr Gef\u00fchl, wenn Sie an sie denken?<\/p>\n<p>Erhielten Sie als Reaktion auf diese Fragen unangenehme Empfindungen? Haben Sie m\u00f6glicherweise noch Ladung auf Ihre Eltern? Schmerzen verletzende Erlebnisse mit den Spielkameraden noch immer? Ist noch etwas mit den Geschwistern offen? Gibt es etwas, das sich in Ihrer Kindheit nicht abgeschlossen anf\u00fchlt? Belasten Sie Erlebnisse aus der Vergangenheit, sodass Sie noch heute darunter leiden? Dieser Artikel zeigt auf, wie Sie solche Altlasten loswerden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Die L\u00f6sung kann einfach sein<\/h3>\n<p>Kennen Sie Menschen, die Ihre Probleme und Schwierigkeiten im Leben oder ihre Erkrankungen damit erkl\u00e4ren, dass sie eine schwere Kindheit hatten? Auch, obwohl diese schon Jahrzehnte zur\u00fcckliegt? Wie kann das sein?<\/p>\n<p>Ich sehe hierf\u00fcr mehrere Gr\u00fcnde. Zum einen kann es sein, dass derjenige sosehr mit seiner Ich-Blase identifiziert ist, dass es f\u00fcr ihn selbstverst\u00e4ndlich ist, sich so zu erleben. \u201eSo bin ich eben!\u201c ist eine typische Aussage in solch einem Fall. Es kam ihm noch nie in den Sinn, anders sein zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zum zweiten ist es m\u00f6glich, dass jemanden seine Problemlage schon sehr bewusst ist, er oder sie aber keine M\u00f6glichkeit sieht, sie zu \u00e4ndern. Wer wei\u00df schon, au\u00dfer den Therapeuten selbst, was moderne Therapiemethoden leisten k\u00f6nnen? \u00dcber Therapieerfahrungen wird selten gesprochen und \u00fcberholte Vorstellungen \u00fcber die Psychotherapie herrschen vor. Dabei gibt es heute viele sehr effektive Therapiemethoden und wirkungsvolle Ans\u00e4tze zur Selbsthilfe. Aber wie soll man deren Nutzen beurteilen k\u00f6nnen, wenn man als Au\u00dfenstehender keinen Begriff davon hat, wie sie tats\u00e4chlich funktionieren?<\/p>\n<p>Des Weiteren scheuen viele Menschen den Besuch bei einem Therapeuten. \u201eWer zu einem Therapeuten geht, muss schon einen schweren psychischen Schaden haben. Aber so einer bin ich ja nicht.\u201c Dieses Vorurteil hindert viele daran, ihre Lebensqualit\u00e4t mit einem meist \u00fcberschaubaren Aufwand zu verbessern. Therapie in Anspruch zu nehmen ist f\u00fcr viele mit einer hohen H\u00fcrde versehen. Anw\u00e4lte, Steuerberater, Architekten oder Agenturen bei entsprechenden Anliegen zu konsultieren, wird als normal angesehen. Seine eigenen pers\u00f6nlichen, emotionalen oder mentalen Themen bei einem Therapeuten zu kl\u00e4ren, scheint viele zu befremden.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es auch solche, die auf Ihre Probleme und Beschwerden eine solide Identit\u00e4t aufgebaut haben. Sie empfinden dieses Problem oder dieses Leiden, als seien sie es selbst und sie wollen es daher gar nicht loslassen. Dies leuchtet ein, denn es k\u00f6nnte sich so anf\u00fchlen, als k\u00e4me es einer Selbstzerst\u00f6rung gleich, diese Muster aufzul\u00f6sen. Sie haben keine Vorstellung davon, wer sie jenseits dieser Identit\u00e4t w\u00e4ren. Zudem k\u00f6nnten ihre Schwierigkeiten eine gute Rechtfertigung daf\u00fcr sein, keine Verantwortung f\u00fcr sich selbst \u00fcbernehmen zu m\u00fcssen. In solch einem Fall ist eine Therapie nat\u00fcrlich nicht unbedingt leicht, aber \u00fcberaus sinnvoll und m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Wer bereit ist, Ver\u00e4nderungen zuzulassen, wird in einer zeitgem\u00e4\u00dfen Therapie ziemlich schnell Erfolge erzielen k\u00f6nnen. Die Methoden sind wenig konfrontativ und Verbesserungen werden h\u00e4ufig schon nach der ersten Sitzung gesp\u00fcrt.<\/p>\n<h3>Die Vergangenheit ist vergangen<\/h3>\n<p>Es ist durchaus m\u00f6glich, dass sich unangenehme Erlebnisse aus der Kindheit von selbst heilen. Beispielsweise durch eine gegenteilige Erfahrung. So kann sich jemand als Kind in seinem Freundeskreis als Au\u00dfenseiter gef\u00fchlt und nie richtig Anschluss gefunden haben. Diese Erfahrung kann sehr pr\u00e4gend f\u00fcr einen Menschen sein. In unserem Fall fand das Kind aber nach einem Umzug einen neuen Freundeskreis in dem es ihm leicht fiel neue Kontakte zu schlie\u00dfen. Dieses Erlebnis neutralisierte die vorhergehende Erfahrung und so blieben keine Folgen.<\/p>\n<p>Fast jeder hat tr\u00e4gt jedoch belastende Spuren seiner Kindheit in sich. Diese k\u00f6nnen einem das Leben sehr schwer machen, wenn man nicht etwas unternimmt. Machen Sie sich dazu zuerst folgendes klar: Das, was tats\u00e4chlich in Ihnen als Kindheit lebt, ist eine Erinnerung. Diese Zeit ist l\u00e4ngst vergangen. Sie existiert tats\u00e4chlich nicht mehr und kann uns eigentlich nicht mehr beeinflussen. H\u00e4ufig verleihen wir jedoch unserer Vergangenheit Macht \u00fcber uns. Dies geschieht dadurch, dass ein Erlebnis oder eine Situation nicht ad\u00e4quat zu Ende erlebt werden konnte und ein loses Ende blieb. Je st\u00e4rker die emotionale Ladung dabei war, umso st\u00e4rker wurde das daraus entstehende Muster in uns eingepr\u00e4gt und umso mehr Einfluss bekam es.<\/p>\n<p>Eine manchmal nicht so n\u00fctzliche Funktion unseres Gehirnes ist es, Beweise f\u00fcr die Richtigkeit des Erlebten und den daraus gefolgerten Schl\u00fcssen zu suchen. Nat\u00fcrlich findet es diese und das verst\u00e4rkt wiederum das zu Grunde liegende Muster. Beispielsweise gab ein Vater seinem Kind nicht die Aufmerksamkeit und Zuwendung, die es sich w\u00fcnschte. Das Kind ging davon aus, dass der Vater es lieben sollte, weil es ihn ja auch liebt. Es zog f\u00fcr sich den Schluss, dass etwas mit ihm falsch ist oder dass es etwas falsch macht. Dabei war das gar nicht der Fall! Ist diese \u00dcberzeugung jedoch einmal etabliert, kann ein fl\u00fcchtiger, merkw\u00fcrdiger Blick oder ein belangloser Satz eines Fremden als eine Best\u00e4tigung f\u00fcr das \u201eIch bin falsch.\u201c interpretiert werden.<\/p>\n<p>Dies ist ein sich selbst verst\u00e4rkender Kreislauf, bei dem immer mehr Situationen, Personen, Orte, Gef\u00fchle oder Gedanken an das Muster gekn\u00fcpft werden. So entstehen Depressionen, Burn-Out, Zw\u00e4nge, \u00c4ngste und so weiter. Die Muster entwickeln ein Eigenleben und bekommen zunehmend Bedeutung und Einfluss. Es kann soweit kommen, dass sie das ganze Leben zu bestimmen scheinen.<\/p>\n<h3>In der Kindheit werden die Weichen gestellt<\/h3>\n<p>In Sitzungen erlebe ich es immer wieder, dass die meisten Erfahrungen, die einen lebensbestimmenden Einfluss haben, in der Kindheit oder in der fr\u00fchen Jugend gemacht werden. Das liegt nicht daran, dass diese Zeiten schlechter gewesen w\u00e4ren, sondern daran, dass manch eine Situation den unerfahrenen, jungen Menschen unvorbereitet erwischt und ihn schlicht \u00fcberfordert. Es kann diese Hilflosigkeit sein, die h\u00e4ngen bleibt, oder eine Scham f\u00fcr die eigene, im Nachhinein, als unangemessen bewertete Reaktion. Oder die Gef\u00fchle waren zu \u00fcberw\u00e4ltigend und konnten nicht eingeordnet oder verarbeitet werden.<\/p>\n<p>Dazu kommt, dass Kinder ihren Eltern eher glauben, als sich selbst. Wenn der Vater zu dem auf das Knie gefallenen Kind sagt: \u201eDas tut nicht weh!\u201c, dann unterdr\u00fcckt es seinen Schmerz und versucht ihn nicht zu zeigen. Das gleiche gilt f\u00fcr die Aussage: \u201eDu brauchst nicht traurig sein!\u201c, und so weiter. Das Kind trennt sich von seinen Gef\u00fchlen und das bleibt in der Regel so, bis der Erwachsene merkt, dass irgendetwas nicht stimmt.<\/p>\n<p>Oft schauen sich Kinder Muster bei Ihren Eltern oder anderen Vorbildern einfach ab. Ist die Mutter depressiv, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich dies auf das Selbstbild des Nachwuchses \u00fcbertr\u00e4gt. Schlicht aus Empathie. Gleiches gilt f\u00fcr machohaftes Gehabe des Vaters. Was wird das wohl mit dem Selbstbild des Sohnes machen?<\/p>\n<p>Dann gibt es nat\u00fcrlich auch noch die Kategorie der massiven \u00dcbergriffe von Eltern, anderen Erwachsenen oder etwa Gleichaltrigen, beziehungswiese \u201eSpielkameraden\u201c. Missbrauch, egal ob auf k\u00f6rperlicher, sexueller oder emotionaler Ebene, muss nicht zwingend einen bleibenden Schaden beim Kind oder Jugendlichen hinterlassen, es ist aber in der Regel so.<\/p>\n<h3>Wunden heilen<\/h3>\n<p>Dies sind nur einige Beispiele. Jeder kann hierzu sicherlich eine Geschichte aus eigener Erfahrung beitragen. Grunds\u00e4tzlich gilt: Sind unsere mentalen und emotionalen Strukturen zu eng, um ein Erlebnis einordnen zu k\u00f6nnen, \u00fcberfordern sie uns und das kann Probleme bereiten. Das gilt \u00fcbrigens f\u00fcr jedes Alter.<\/p>\n<p>Wer denkt, dass Selbstbefriedigung eine S\u00fcnde ist, wir seinen Trieb unterdr\u00fccken m\u00fcssen und einen inneren Konflikt erleben. Wer davon \u00fcberzeugt ist, dass es nicht m\u00e4nnlich ist, seine Gef\u00fchle zu zeigen, wird kaum N\u00e4he zulassen k\u00f6nnen. Wer gegen sich selbst Vorbehalte hat, wir nur schwer einen Lebenspartner finden, mit dem er oder sie aufbl\u00fchen kann. Wer sich selbst dadurch schw\u00e4cht, dass er sich schuldig oder minderwertig f\u00fchlt, wird kaum Lebensfreude empfinden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Daher finde ich es extrem wichtig, sein eigenes Glaubenssystem so weit auszudehnen, dass es maximal viele tats\u00e4chliche oder potentielle Erfahrungen, Situationen und Zust\u00e4nde integrieren kann. Dies geschieht durch die Aufarbeitung belastender Erfahrungen und Zust\u00e4nde. Dadurch werden Sie sich kaum mehr hilflos, orientierungslos, angegriffen, \u00fcberfordert oder verletzt f\u00fchlen. Es stellt sich leichter Gelassenheit und Zufriedenheit ein. Die Lebensqualit\u00e4t nimmt enorm zu.<\/p>\n<h3>Von der Vergangenheit befreien<\/h3>\n<p>Was, wenn Sie diese Gelassenheit und Zufriedenheit nicht sp\u00fcren? Oder Sie immer wieder bestimmte Situationen herunterziehen? Dann haben Sie es wahrscheinlich mit Mustern zu tun, die nicht mehr in Ihre gegenw\u00e4rtige Zeit passen. Auch wenn es uns nicht unbedingt bewusst ist, wir haben uns selbst irgendwann einmal f\u00fcr diese Muster entschieden. Manchmal freiwillig, manchmal unter Zwang. Wie auch immer, wir k\u00f6nnen uns von Ihnen befreien und die Belastungen unserer Kindheit hinter uns lassen.<\/p>\n<p>Dies kann nur gelingen, wenn dabei die mentale, emotionale und neuronale Ebene im gleichen Ma\u00dfe ber\u00fccksichtigt werden. In den Sitzungen werden gesammelte, selbstreferentielle Beweise durchschaut und ad absurdum gef\u00fchrt, Verletzungen geheilt und gewohnheitsm\u00e4\u00dfige Programme gel\u00f6scht. Es ist nie zu sp\u00e4t f\u00fcr eine gl\u00fcckliche Kindheit. Nutzen Sie die M\u00f6glichkeiten moderner Therapieverfahren und schlie\u00dfen Sie Frieden.<\/p>\n<h3><a href=\"https:\/\/ulrich-heister.de\/\">Erfahre, was mit moderner Psychotherapie m\u00f6glich ist!<\/a><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welches Gef\u00fchl stellt sich ein, wenn Sie an Ihre Kindheit zur\u00fcckdenken? Welche Personen kommen Ihnen als erstes in den Sinn? Was ist Ihr Gef\u00fchl, wenn Sie an sie denken? Erhielten Sie als Reaktion auf diese Fragen unangenehme Empfindungen? Haben Sie m\u00f6glicherweise noch Ladung auf Ihre Eltern? Schmerzen verletzende Erlebnisse mit den Spielkameraden noch immer? 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