{"id":1797,"date":"2017-07-24T17:00:15","date_gmt":"2017-07-24T15:00:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/?p=1797"},"modified":"2021-01-31T14:28:16","modified_gmt":"2021-01-31T13:28:16","slug":"die-realitaet-gewinnt-immer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/die-realitaet-gewinnt-immer\/","title":{"rendered":"Die Realit\u00e4t gewinnt immer"},"content":{"rendered":"<p>Vor einiger Zeit h\u00f6rte ich den Spruch: \u201eWenn du gegen die Realit\u00e4t k\u00e4mpfst, verlierst du. Aber auch nur immer.\u201c Wer k\u00f6nnte dem nicht zustimmen? Und doch versuchen wir immer wieder zu ignorieren, was tats\u00e4chlich Sache ist. Was ist Realit\u00e4t eigentlich und wie entsteht sie? Dieser Newsletter befasst sich mit dieser Frage und zeigt, wie wir Frieden mit der Realit\u00e4t finden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Was ist Realit\u00e4t?<\/h3>\n<p>Habe Sie sich diese Frage schon einmal gestellt? Was ist Ihre Antwort? Meine ist: Das, was gerade ist. Und das ist subjektiv. Im Nervensystem (nicht nur im Kopf) eines jeden Einzelnen entsteht seine eigene individuelle Realit\u00e4t. Diese Realit\u00e4t wird gebildet aus den Sinneseindr\u00fccken, die wir haben, den k\u00f6rperlichen Empfindungen und unseren Gef\u00fchlen und Gedanken.<\/p>\n<p>Der Himmel ist nicht blau. Das Fell der Katze ist nicht weich. Der Wind rauscht nicht im Baum. Das Bonbon ist nicht s\u00fc\u00df. Die Welt hat keine Farben, Luftdruckschwankungen haben keinen Klang, Oberfl\u00e4chen sind, wie sie sind und Substanzen haben keinen Geschmack. Es ist immer erst unser Nervensystem, das in uns ein Bild, einen Klang, einen Tastempfinden oder einen Geschmack entstehen lassen. Das ist unsere direkte Wahrnehmung. Es ist die Realit\u00e4t erster Ordnung ohne Bewertung.<\/p>\n<p>Unsere Wahrnehmungen machen jedoch etwas mit uns. Wir bewerten sie oder entwickeln aus ihr Gef\u00fchle und Gedanken. Das ist der zweite Schritt und der bestimmt, wie wir uns f\u00fchlen, wie wir die wahrgenommene Realit\u00e4t empfinden und wie wir mit ihr umgehen. Das ist die Realit\u00e4t zweiter Ordnung, also unsere Reaktion auf unsere Wahrnehmung.<\/p>\n<h3>Gemeinsame Realit\u00e4t<\/h3>\n<p>Manchmal haben wir Gl\u00fcck und unsere Realit\u00e4t stimmt mit der eines Anderen \u00fcberein. Wir haben einen Konsens. Bei der Realit\u00e4t erster Ordnung ist das meist noch recht leicht: \u201eHeute ist es sommerlich warm.\u201c \u201eDer Himmel ist blau.\u201c (K\u00f6nnen wir das wirklich wissen? Ist es \u00fcberpr\u00fcfbar, dass jemand anderes Blau genauso wahrnimmt, wie wir selbst?) In der Realit\u00e4t zweiter Ordnung kann es mit dem Konsens jedoch schnell vorbei sein. \u201eIch genie\u00dfe, die Hitze!\u201c oder \u201eWenn es so hei\u00df ist, kann ich nur drinnen sitzen und nichts tun.\u201c Wir sehen also, unser Konsens kann \u00e4u\u00dferst fragil sein.<\/p>\n<p>Da Menschen sehr unterschiedlich gepr\u00e4gt sind und Wertesysteme stark voneinander abweichen k\u00f6nnen, ist eine gemeinsame Realit\u00e4t tats\u00e4chlich ein Gl\u00fccksfall. Mit anderen, mit denen wir eine gro\u00dfe gemeinsame Schnittmenge an Realit\u00e4ten haben, verstehen wir uns meistens gut. Wenn dies nicht der Fall ist, empfinden wir den anderen als fremd oder bedrohlich. Hier ist es sinnvoll, sich klar zu machen, dass der Unterscheid lediglich in der individuellen Reizverarbeitung liegt.<\/p>\n<p>Anders ausgedr\u00fcckt: Jeder hat sein eigenes Glaubenssystem und hat eine eigene Realit\u00e4t. H\u00e4ufig ist es gar nicht notwendig, dass ein Konsens gefunden wird. Verschiedene Ansichten k\u00f6nnen einfach nebeneinander stehen. Lernen Sie die Ansicht der anderen zu genie\u00dfen. Das sorgt f\u00fcr Entspannung. Es sind die Ansichten der anderen, Sie k\u00f6nnen sie nicht \u00e4ndern und Sie haben nichts mit ihnen zu tun. Selbst, wenn es bei den anderen um Sie geht. Daf\u00fcr k\u00f6nnen Sie Ihre eigenen \u00dcberzeugungen, genauso wie alle anderen, beliebig w\u00e4hlen.<\/p>\n<h3>Stress mit der Realit\u00e4t<\/h3>\n<p>Was aber, wenn ein Konflikt mit der eigenen Realit\u00e4t entsteht? Was, wenn Sie etwas wahrnehmen oder f\u00fchlen, was sie lieber nicht wahrnehmen oder f\u00fchlen wollen? Es kommt ein \u00fcbler Brief, einer nahestehenden Person st\u00f6\u00dft etwas zu, das Unternehmen floriert nicht so richtig, unerw\u00fcnschte Gef\u00fchle tauchen einfach so auf, die Beziehung stockt, oder, oder, oder \u2026<\/p>\n<p>Die Natur hat uns dazu drei Reflexe mitgegeben: Erstarren, k\u00e4mpfen oder fliehen. Das Leben macht meiner Erfahrung nach eher Spa\u00df, wenn man nicht reflexartig lebt, sondern selbstbestimmt w\u00e4hlt. Dann \u00e4ndern sich die Optionen in: die Realit\u00e4t akzeptieren, die Realit\u00e4t ver\u00e4ndern oder die Realit\u00e4t verlassen.<\/p>\n<h3>Die Realit\u00e4t \u00e4ndern<\/h3>\n<p>Dies ist in der Regel der m\u00fchsamste Weg. Hier geht es darum, Einfluss auf Menschen zu nehmen oder die Bedingungen beziehungsweise die Umst\u00e4nde zu ver\u00e4ndern. Hierbei geht es um Macht oder um Selbstwirksamkeit. Wer an der Macht ist, bestimmt die Regeln. Er hat die M\u00f6glichkeit, \u00c4nderungen in seinem Einflussbereich relativ leicht zu bewirken. Dies kann er auf freundliche oder unfreundliche Weise bewerkstelligen. Aber er ist machtlos gegen\u00fcber der Realit\u00e4t erster Ordnung. Ein Mensch kann nicht aus eigener Kraft fliegen. Aber er kann eine Maschine ersinnen, die ihn in die Luft tr\u00e4gt. Hier ist Selbstwirksamkeit gefragt. Hat er die F\u00e4higkeit, sich Kompetenzen anzueignen und diese anzuwenden, ist es durchaus denkbar, dass er es hinbekommt, ein Flugger\u00e4t zu bauen.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Tom findet die Menge an Kaffeebechern erschreckend, die jeden Tag in seiner Firma vom Kaffeeautomaten ausgespuckt und nach Gebrauch weggeworfen werden. Er konstruiert eine Maschine, die die Kaffeebecher h\u00e4ckselt, einschmilzt und zu Filamenten f\u00fcr 3D-Drucker extrudiert. Seine Maschine verkauft er \u00fcberwiegend in Schwellenl\u00e4nder und tr\u00e4gt auch in anderen Anwendungsbereichen dazu bei, die Menge an Kunststoffabf\u00e4llen zu reduzieren.<\/p>\n<h3>Die Realit\u00e4t verlassen<\/h3>\n<p>Ist eine Realit\u00e4t unertr\u00e4glich, besteht meistens die M\u00f6glichkeit, diese zu verlassen. Das ist h\u00e4ufig relativ schnell umsetzbar, aber oft auch mit Verlusten verbunden. Wobei diese L\u00f6sung nat\u00fcrlich auch Chancen birgt.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Sarah ist in ihrem Job immer unzufriedener. Sparma\u00dfnahmen reduzierte die Zahl der Mitarbeiter und ihre Arbeitsbelastung steigt. Zudem ist ihr Vorgesetzter immer mehr unter Druck und das Arbeitsklima leidet sehr. Ihre Arbeit, die sie anfangs sehr mochte, wurde immer mehr zur Belastung und sie hat den Eindruck, dass ihre Ideen immer h\u00e4ufiger ins Leere laufen. Sie entschlie\u00dft sich, eine neue Stelle zu suchen. Dabei muss sie liebgewonnene Kollegen zur\u00fccklassen und kann Teile ihres Knowhows nicht mehr nutzen.<\/p>\n<h3>Die Realit\u00e4t akzeptieren<\/h3>\n<p>Wenn wir Stress mit der Realit\u00e4t haben, liegt das an unserer eigenen Realit\u00e4t zweiter Ordnung. Die Art, wie wir eine Realit\u00e4t erleben, wird von unseren \u00dcberzeugungen, Ansichten oder Haltungen bestimmt. Hier liegt der Schl\u00fcssel: \u00c4ndern wir unsere Bewusstseinsmuster, \u00e4ndert sich die erlebte Realit\u00e4t. Hierzu gibt es Methoden (<a href=\"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/die-methode-einfuhrung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wie diese<\/a>), die man lernen kann oder man kann sich professionelle Hilfe holen. Wir passen die Realit\u00e4t zweiter Ordnung an die Realit\u00e4t erster Ordnung an. Das ist meistens der einfachste und dauerhaft wirksamste Weg.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Marc entwickelt h\u00e4ufig eifers\u00fcchtige Gef\u00fchle in Bezug auf seine Frau. Sie ist oft auf Gesch\u00e4ftsreise und er wei\u00df nicht wirklich, was w\u00e4hrenddessen tats\u00e4chlich geschieht. Um mit der Situation umgehen zu k\u00f6nnen, entschlie\u00dft er sich eine Sitzung zu nehmen, um das Thema zu kl\u00e4ren. Dort erinnert er sich unter Anwendung der sogenannten Timeline-Methode an eine Situation: Er spielt als kleines Kind allein im Garten und w\u00fcnscht sich, dass seine Mutter ihm Aufmerksamkeit gibt und Zeit mit ihm verbringt. Sie jedoch arbeitet im Haus und ist sehr besch\u00e4ftigt. Er erinnert sich an weitere Situationen, die einen \u00e4hnlichen Charakter hatten und die das gleiche Gef\u00fchl in ihm erzeugten. Ihm wurde klar, dass er gegenw\u00e4rtig unbewusst von seiner Frau erwartet, dass sie ihn vor dem Gef\u00fchl der Einsamkeit zu besch\u00fctzt. Nach der Sitzung stellt sich das Gef\u00fchl der Eifersucht nicht mehr ein.<\/p>\n<p>Sie haben die Wahl, wie Sie mit einer\u00a0 Situation umgehen, die Ihnen nicht gef\u00e4llt. In den meisten F\u00e4llen ist es sehr lohnend, zuerst bei sich selbst zu schauen und zu versuchen, den Konflikt in sich selbst zu l\u00f6sen. Sehr oft liegt die Ursache f\u00fcr ein Problem oder einer Unzufriedenheit in uns selbst. Manchmal sind Aktivit\u00e4ten im Au\u00dfen notwendig. Aber auch hier kann Bewusstseinsarbeit extrem hilfreich sein, um die richtigen Ans\u00e4tze zu finden und um Hemmnisse bei der Umsetzung auszur\u00e4umen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einiger Zeit h\u00f6rte ich den Spruch: \u201eWenn du gegen die Realit\u00e4t k\u00e4mpfst, verlierst du. Aber auch nur immer.\u201c Wer k\u00f6nnte dem nicht zustimmen? Und doch versuchen wir immer wieder zu ignorieren, was tats\u00e4chlich Sache ist. Was ist Realit\u00e4t eigentlich und wie entsteht sie? 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