{"id":1865,"date":"2017-11-16T15:36:19","date_gmt":"2017-11-16T14:36:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/?p=1865"},"modified":"2021-01-31T14:31:53","modified_gmt":"2021-01-31T13:31:53","slug":"der-du-kannst-alles-erreichen-irrsinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/der-du-kannst-alles-erreichen-irrsinn\/","title":{"rendered":"Der \u201eDu kannst alles erreichen\u201c-Irrsinn"},"content":{"rendered":"<p>In letzter Zeit begegnen mir vor allem im Internet immer wieder Anzeigen f\u00fcr Lebenshilfe- oder\u00a0 Selbstoptimierungsseminare mit Slogans wie: \u201eDu kannst alles erreichen!\u201c, \u201eDu bist gro\u00dfartig!\u201c oder \u201eDu kannst schaffen, was Du willst.\u201c<\/p>\n<h3>Unzufriedenheit ist kein guter Ratgeber<\/h3>\n<p>Wen werden diese Slogans wohl ansprechen? Genau, diejenigen, die unzufrieden sind mit sich oder ihrem Leben. In diesen Tagen Unzufriedenheit zu entwickeln, ist nicht schwer. Vergleiche mit anderen tragen vor allem dazu bei. Hier wirken gerade die sozialen Medien im Internet als Verst\u00e4rker, da sich in ihnen die Menschen oft idealisiert darstellen. Jeder m\u00f6chte seine guten Seiten zeigen, was ja auch einleuchtet. Da entsteht schnell der Eindruck, dass \u201edie anderen\u201c viel besser sind und alles viel besser machen, als man selbst.<\/p>\n<p>Zudem kommt ein gewisser gesellschaftlicher Druck. \u00a0Anerkennung und Status sind in unserer Leistungsgesellschaft wichtige Gr\u00f6\u00dfen, die uns viel abverlangen. Nicht zu vergessen sind die \u00a0wirtschaftlichen Belastungen. Die Lebenshaltungskosten sind recht hoch und wollen erwirtschaftet sein. Auf diesen Berg\u00a0 kommen dann auch noch unsere eigenen Anspr\u00fcche, W\u00fcnsche und Ideale. Das ist eine ganze Menge, was wir zu bew\u00e4ltigen haben.<\/p>\n<p>Ich habe den Eindruck, unser Leben wird immer komplexer und stellt immer h\u00f6here Anspr\u00fcche. Irgendwo habe ich gelesen, dass die Menschen in der Bronzezeit durchschnittlich nur drei Tage in der Woche brauchten, um ihre Grundbed\u00fcrfnisse zu decken. Die restliche Zeit diente sozialen Zwecken und der Mu\u00dfe.<\/p>\n<p>Menschen, die von Depressionen oder Burnout betroffen sind, werden immer mehr. Was kannst Du also tun, um mit all dem leichter dem umzugehen? Ein Seminar zu besuchen, das verspricht, dass man alles erreichen kann, ist da sehr verlockend. Doch ich glaube, dass es wirkungsvoller ist, sich selbst zuerst die drei folgenden Fragen zu stellen:<\/p>\n<h3>1. Vergleiche ich mich mit anderen?<\/h3>\n<p>Eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen ist sicherlich, mit dem Vergleichen aufzuh\u00f6ren und von sich selbst auszugehen. Mache Dir klar, dass Du jetzt im Moment bereits vollst\u00e4ndig und vollkommen bist, auch wenn es Dir gar nicht so scheinen mag. Frage Dich: \u201eWas fehlt mir jetzt in diesem Moment?\u201c und antworte nicht mit den \u00fcblichen Gedanken, wie \u201eEin liebevoller Partner.\u201c, \u201eGeld.\u201c, \u201eSex.\u201c, \u201eEin guter Job.\u201c, \u201eAuftr\u00e4ge.\u201c und so weiter. Nein, werde still im Kopf und sei im Moment. Nimm Deine Umgebung war. F\u00fchle Dich. Wenn Dir das gelingt, stellst Du fest, dass Dir tats\u00e4chlich gegenw\u00e4rtig nichts fehlt, auch wenn Du einige Baustellen in Deinem Leben hast. Sie dominieren Dich nicht mehr.<\/p>\n<h3>2. Woher kommt meine Motivation?<\/h3>\n<p>Es ist gut, einen Schritt zur\u00fcckzugehen und sich nach seinen eigenen Motiven zu fragen. Woher stammt mein Wunsch ein bestimmtes Ziel zu erreichen oder etwas zu tun? Entspringt es Mangeldenken, Machtstreben oder einer Verletzung? Kommt dabei ein \u201eJa\u201c oder ein \u201eVielleicht\u201c heraus, solltest Du Dich vielleicht zuerst um diese Defizite k\u00fcmmern, denn sie sind keine guten Ratgeber. Handelst Du aus ihnen heraus, bist Du fremdbestimmt. Komm zu Dir selbst zur\u00fcck und entscheide aus Deiner Kraft und Integrit\u00e4t.<\/p>\n<h3>3. Warum kann ich damit nicht in Frieden sein?<\/h3>\n<p>Das ist die alles entscheidende Frage. Soviel sei vorweg genommen: Nein, es liegt nicht an den anderen oder den Umst\u00e4nden. Du tr\u00e4gst Muster in Dir herum, die Dich auf Situationen oder Menschen in einer bestimmten Weise reagieren lassen. Was uns im Au\u00dfen nervt oder uns unwohl f\u00fchlen l\u00e4sst, ist immer ein Spiegel unserer selbst. Kl\u00e4re diese Muster und Du findest Frieden. Dazu musst Du nicht Deine Umgebung oder die Menschen zu \u00e4ndern. Doch geschehen \u00c4nderungen nach einer gr\u00fcndlichen Kl\u00e4rung manchmal wie von Zauberhand.<\/p>\n<p>Es ist gar nicht n\u00f6tig, alles zu erreichen, was irgendwie geht. Wesentlich ist, f\u00fcr Deinen inneren Frieden zu sorgen und Werkzeuge zu haben, diesen zu bewahren. Das sollte das Kernziel sein. Was dann daraus entsteht, kann von Mensch zu Mensch h\u00f6chst unterschiedlich sein. Der eine m\u00f6chte einfach in Ruhe vor sich hin leben, dem anderen ist danach, ein Unternehmen zu gr\u00fcnden. Was es auch immer sein mag, es ist gut, wenn die Motive stimmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In letzter Zeit begegnen mir vor allem im Internet immer wieder Anzeigen f\u00fcr Lebenshilfe- oder\u00a0 Selbstoptimierungsseminare mit Slogans wie: \u201eDu kannst alles erreichen!\u201c, \u201eDu bist gro\u00dfartig!\u201c oder \u201eDu kannst schaffen, was Du willst.\u201c Unzufriedenheit ist kein guter Ratgeber Wen werden diese Slogans wohl ansprechen? 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