{"id":282,"date":"2011-01-25T12:50:55","date_gmt":"2011-01-25T12:50:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ulrich-heister.de\/ichfrei\/?p=282"},"modified":"2018-04-24T14:28:31","modified_gmt":"2018-04-24T12:28:31","slug":"biografisches","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/biografisches\/","title":{"rendered":"Biografisches"},"content":{"rendered":"<p>Von klein an war mein Leben von der Suche bestimmt. Zuerst wollte ich die Welt verstehen, dann, was Menschensein bedeutet. Meine Berufe waren zuerst naturwissenschaftlich und sp\u00e4ter therapeutisch orientiert. Dieser Artikel beschreibt, wie sich mein Leben entwickelte und wie meine Suche ihr Ende fand.<\/p>\n<p><!--more-->1966 wurde ich geboren. Ich wuchs gut beh\u00fctet in einer Familie auf, die katholisch gepr\u00e4gt war. So blieben mir die obligatorischen Kirchenbesuche nicht erspart. Das Gesagte blieb mir fremd und das S\u00fcnderprinzip konnte ich nie nachvollziehen. Die Musik in der Kirche fand ich allerdings toll. Mystizismus pr\u00e4gte mein Leben also schon sehr fr\u00fch.<\/p>\n<p>Doch schon im Vorschulalter wandte ich mich erst einmal von der Mystik ab, um mich den harten Fakten zuzuwenden. Mein Vater versorgte mich st\u00e4ndig mit Informationen \u00fcber meine Umwelt. Wie etwas funktioniert, wie B\u00e4ume hei\u00dfen und so. Meistens fand ich seine Erkl\u00e4rungen interessant. Die Frage \u201eWie funktioniert das?\u201c wurde bestimmend f\u00fcr mein Leben.<\/p>\n<p>Da selbst das Wissen meines Vaters L\u00fccken hatte, emanzipierte ich mich mit Hilfe von Kindersachb\u00fcchern. In der Schule waren nat\u00fcrlich die naturwissenschaftlichen F\u00e4cher die, auf die ich mich immer freute.<\/p>\n<p>Ich experimentierte in meinem Zimmer in einer Weise, dass man vor Rauch nicht von einem Zimmerende zum anderen sehen konnte und der Teppichboden um meinen Tisch herum versengt war. Ich bewundere heute die Gelassenheit meiner Eltern.<\/p>\n<p>Ich stellte unentflammbare Wunderkerzen und Handgranaten aus Schnapsfl\u00e4schchen her. Der Tipp meiner Chemielehrerin, den ich f\u00fcr mich behalten m\u00f6chte, erscheint mir im nach hinein ziemlich leichtsinnig. Das war alles h\u00f6chst spannend, doch nachdem ein Glassplitter meine Freund leicht verletzte (Warum geht das Ding denn nicht hoch? Komm wir gucken mal nach.) erkannte ich die Brisanz der Experimente und lie\u00df so etwas sein.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich absolvierte ich eine Ausbildung in naturwissenschaftlichen Beruf. Ich wurde Chemikant, dann Chemielaborant und Chemotechniker. Die festgelegten Arbeitszeiten gefielen mir nicht. Ich wollte meine Lebenszeit selber einteilen und mich selbstst\u00e4ndig machen. Ich k\u00fcndigte dem Chemiekonzern, machte Fachabitur und studierte ein paar Monate lang Chemie.<\/p>\n<p>In einer Vorlesung hatte ich ein Schl\u00fcsselerlebnis. Ich lernte aus der Ordnungszahl eines Elementes nach einem einfachen System die Elektronenkonfiguration abzuleiten. Daraus lie\u00df sich auf die chemischen Eigenschaften des Elementes und den sich daraus bildenden Stoffen schlie\u00dfen. Ich war wie elektrisiert. Es musste also einfache Prinzipien geben, mit denen man komplizierte und sehr komplizierte Zusammenh\u00e4nge verstehen konnte.<\/p>\n<p>Ich wollte mehr von den einfachen Prinzipien, die die komplexen Erscheinungen erkl\u00e4ren, finden. Nicht mehr nur die Materie betreffend, sondern generell. Mein Interesse an Erlenmeyerkolben und Bechergl\u00e4ser lie\u00df nach. Ich merkte, dass meine Fragen in diesem Bereich weitestgehend gekl\u00e4rt waren.<\/p>\n<p>So r\u00fcckte schlie\u00dflich der Mensch in mein Blickfeld. Wie funktioniert Menschsein? Was bestimmt Erfolg oder Versagen? Woher kommt Krankheit oder Gesundheit? Was, verdammt nochmal, soll das ganze hier?<\/p>\n<p>Eines Tages sa\u00df ein Freund bei mir und sagte mir, er wolle sich f\u00fcr eine Heilpraktikerausbildung einschreiben. Da wurde es pl\u00f6tzlich ganz still in mir und irgendetwas sagte: Ich auch.<\/p>\n<p>In der Ausbildung lernte ich viele hoch interessante Heilmethoden kennen. Doch sie waren mir meistens zu kompliziert. Ich war auf der Suche nach den einfachen, grundlegenden Prinzipien. Nicht, dass ich nicht bereit war eine Heilmethode jahrelang zu studieren, aber etwas Kompliziertes reizte mich nicht. Ich wollte den Schl\u00fcssel, der in alle Schl\u00f6sser passte.<\/p>\n<p>Bald erkannte ich, dass psychotherapeutische und energetische Ans\u00e4tze dem sehr nahe kamen. Ich nahm w\u00e4hrend der Ausbildung mehrere hundert psychotherapeutische Sitzungen und besuchte viele Selbsterfahrungsseminare. Auch die Esoterik bot einige Ans\u00e4tze, die sich sp\u00e4ter jedoch als Seifenblasen erwiesen.<\/p>\n<p>In meiner Praxis war meine Arbeitshypothese: Der Seelenzustand definiert den Zustand des K\u00f6rpers. So kamen psychotherapeutische und energetische Ans\u00e4tze zum Einsatz. Viele Jahre arbeitete ich so.<\/p>\n<p>Mit der Zeit verst\u00e4rkte sich der Eindruck, dass meine Methoden zu unpr\u00e4zise und langwierig seien. Ich lie\u00df mich zum Bewusstseinstrainer ausbilden. Das schien es nun endg\u00fcltig zu sein. Der Schl\u00fcssel, der alle Tore \u00f6ffnet und alle Erkl\u00e4rungen liefert: Bewusstseinsinhalte erschaffen die erlebte Realit\u00e4t. \u00c4ndere ich meine Bewusstseinsinhalte, \u00e4ndert sich was ich erlebe. Was sich bisher in f\u00fcnf bis zehn psychotherapeutischen Sitzungen bearbeiten lie\u00df, wurde nun in einer Sitzung gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Das st\u00fcrzte mich erst einmal in eine tiefe Krise. Woran hatte ich die ganzen Jahre geglaubt? Wozu diese vielen intensiven und dramatischen Sitzungen? Konnte es tats\u00e4chlich so einfach sein? Ich war schockiert. Ich musste meinen Ansatz \u00fcberdenken und v\u00f6llig erneuern. Nach der Integration dieser Erfahrung breitete sich Euphorie aus. Meine Arbeit wurde erfolgreicher und effektiver.<\/p>\n<p>Nach einigen Jahren wiederum erfolgte Ern\u00fcchterung. Gut, ich konnte meine Realit\u00e4t gestalten und es anderen beibringen, doch ich hatte nicht die letzte Wahrheit gefunden. Ich war nicht zufrieden. Es fehlte noch etwas. Trotz der genialen Verfahren hatte ich noch nicht das Gef\u00fchl am Boden der Existenz angelangt zu sein.<\/p>\n<p>Mir wurde klar, dass ich es gefunden habe, wenn ich nicht mehr da bin. Doch auch die ultimativen Methoden lie\u00dfen einen Rest von mir. Da war immer noch jemand, der etwas tat. Ich versuchte es mit Tricks und scheiterte. Ich konnte nicht kreieren nicht zu sein. Es schien hoffnungslos, zum Verzweifeln. Die Suche, obwohl ich mich schon fast am Ziel geglaubt hatte, ging weiter.<\/p>\n<p>Dann begegnete ich zwei Menschen des dritten Paradigmas. Der Erste zeigte mir, dass ich (falls hier \u00fcberhaupt noch von einem \u201eIch\u201c gesprochen werden kann), leerer, unbegrenzter Raum bin. Der Zweite sagte mir, dass nichts getan werden kann, um Befreiung, Erleuchtung oder Erl\u00f6sung (oder wie immer man es nennt) zu erreichen, da dies der nat\u00fcrliche Zustand allen Seins w\u00e4re. Es g\u00e4be nur die Vorstellung einer Person, aber keine Person. Wieder stellte sich tiefe Verwirrung ein. Denn, wenn es keine Person gibt, wer entscheidet dann? Wer lebt kreativ und selbstbestimmt sein Leben? Die klassische Frage: Gibt es einen freien Willen?<\/p>\n<p>Mittlerweile sind auch diese Fragen beantwortet. Die Suche ist vorbei, es gibt nichts mehr zu finden. Alles ist vollkommen, wie es ist. Die Dramen des Lebens entfalten sich und integrieren sich wieder in die Einheit. Es gibt nur Ganzheit. Nichts hat aus sich heraus Wichtigkeit. Die Person kann dies nicht fassen, der Verstand liefert sofort Widerspruch.<\/p>\n<p>Die Einfachheit endet, wenn der Verstand verstehen will und sich auf die Suche nach dem Heiligen Gral macht. Viele Wissenschaften und Glaubenssysteme sind entstanden. Alle sind in sich schl\u00fcssig und k\u00f6nnen in ihrem Kontext hilfreich und n\u00fctzlich sein. Sie wiedersprechen sich meistens gegenseitig. Schauen wir uns also als n\u00e4chstes die drei grundlegenden Paradigmen der Menschheit an, um ein wenig Ordnung zu schaffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von klein an war mein Leben von der Suche bestimmt. Zuerst wollte ich die Welt verstehen, dann, was Menschensein bedeutet. Meine Berufe waren zuerst naturwissenschaftlich und sp\u00e4ter therapeutisch orientiert. 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