{"id":380,"date":"2011-02-05T14:33:21","date_gmt":"2011-02-05T13:33:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ulrich-heister.de\/ichfrei\/?p=380"},"modified":"2018-04-24T14:28:29","modified_gmt":"2018-04-24T12:28:29","slug":"kreative-energie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ulrich-heister.de\/bewusstseinsblog\/kreative-energie\/","title":{"rendered":"Kreative Energie"},"content":{"rendered":"<p>Wir haben gesehen, dass Menschen ein enormes kreatives Potential besitzen.\u00a0 Unsere Glaubenss\u00e4tze bestimmen, was wir und wie wir es erleben. In diesem Artikel sehen wir, was diese kreative Energie ist, warum Glaubenss\u00e4tze unterschiedlich stark sind und wie wir unsere Wahrnehmung sch\u00e4rfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><!--more-->Machen Sie doch bitte folgendes kleines Experiment. Es ist sehr simpel, doch zeigt es klar, wie wir unsere Realit\u00e4t gestalten. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf einen beliebigen Gegenstand in Ihrer Umgebung. Verst\u00e4rken Sie die Aufmerksamkeit, bis sie ganz bei diesem Gegenstand ist und Sie nichts anderes wahrnehmen. Nachdem Sie so eine Weile bei ihm verweilten, suchen Sie sich einen anderen Gegenstand, der nicht im Blickfeld des ersten liegt. Nun richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf ihn und verbleiben Sie bei ihm, bis er Ihre volle Aufmerksamkeit hat.<\/p>\n<p>Wo war der erste Gegenstand, w\u00e4hrend Sie den zweiten betrachteten? Der Verstand sagt nat\u00fcrlich, da, wo er die ganze Zeit war, da dr\u00fcben. Aber in Ihrem subjektiven Erleben? Da m\u00fcsste er verschwunden gewesen sein. W\u00e4hrend Sie den zweiten Gegenstand betrachteten, war der erste nicht mehr vorhanden, stimmt es? Nach dem Wechsel waren vielleicht noch Gedanken an den ersten Gegenstand da oder an irgendetwas anderes. Als Ihre volle Aufmerksamkeit auf dem zweiten Gegenstand ruhte, war der erste in Ihrem Erleben verschwunden, oder? Wenn Sie es ganz gewissenhaft gemacht haben, waren auch Ihre Gedanken verschwunden. Ihre ganze Aufmerksamkeit war vom zweiten Gegenstand erf\u00fcllt. Falls nicht, machen Sie die \u00dcbung vielleicht nochmal, denn sie ist sehr aufschlussreich.<\/p>\n<p>Das ist das ganze Geheimnis unserer Realit\u00e4t: Dinge, die unsere Aufmerksamkeit bekommen, sind f\u00fcr uns gegenw\u00e4rtig, das hei\u00dft, real. Die Aufmerksamkeit ist unsere kreative Energie. Die Art der Dinge, die unsere Aufmerksamkeit bekommen, kann sehr unterschiedlich sein. Zum Beispiel die Inhalte der unmittelbaren Wahrnehmung. Dann sind wir absolut gegenw\u00e4rtig. Meist haftet sie aber auch Gedanken, \u00dcberzeugungen, Erlebnissen, die vergangen sind, Bewertungen, Verletzungen und \u00e4hnlichem an. Dann werden diese Dinge Teil unserer Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>Wie schon gesagt, die Vergangenheit existiert nicht. Nicht wenn wir ganz bei dem sind, was jetzt im Moment ist. Sobald wir Gedanken an die Vergangenheit Aufmerksamkeit geben, erschaffen wir Vergangenheit, jetzt in diesem Moment. Erst unser Gedanke an sie l\u00e4sst die Vergangenheit entstehen. Wir geben der vermeintlichen Vergangenheit Energie und damit Macht, wenn wir glauben, dass sie uns immer noch beeinflusst. Wir k\u00f6nnen an die guten alten Zeiten denken und damit die Gegenwart vermeiden. Ebenso k\u00f6nnen wir Verletzungen und Traumata ein ganzes Leben lang mit uns herumschleppen und unter ihnen leiden.<\/p>\n<p>Die Aufmerksamkeit haftet an diesen Ereignissen. Das liegt daran, dass sie eine emotionale Ladung haben und somit Bedeutung erhalten. Die emotionale Ladung r\u00fchrt daher, dass wir uns entschieden haben, die Gef\u00fchle dieses Erlebnisses nicht bis zu ihrem Ende zu erleben. Wir haben das Gef\u00fchl damals aufgrund von Bewertungen abgelehnt und damit die Emotionen, denen eine Energie innewohnt, konserviert. Das hat nichts mit Unf\u00e4higkeit oder gar Versagen zu tun. Manchmal ist dies notwendig, um in einer Situation bestehen zu k\u00f6nnen. Jeder Mensch kennt das. Wenn der Vater sagt, dass nur M\u00e4dchen weinen, dann h\u00f6rt der Junge schnell damit auf. Er will ja schlie\u00dflich nicht sein Gesicht vor dem Vater verlieren. H\u00e4tte er das Gef\u00fchl weiter erlebt, bis es sich von selber aufgel\u00f6st h\u00e4tte, w\u00e4re keine Aufmerksamkeit an ihm haften geblieben. Es g\u00e4be lediglich eine Erinnerung an sie, die nicht schmerzhaft oder unangenehm w\u00e4re.<\/p>\n<p>Situationen, die nicht durcherlebt wurden, haften sich an und beeinflussen dadurch unser weiteres Erleben. Menschen k\u00f6nnen sich ein Leben lang als Opfer, Schw\u00e4chling, Schuldiger, Versager, Missbrauchter oder was auch immer f\u00fchlen, obwohl das ausl\u00f6sende Ereignis bereits Jahrzehnte zur\u00fcck liegt und seitdem nicht mehr aufgetreten ist. Wie wir schon wissen, werden dieses aufgeladene Erlebnis und die damit verbundene Identit\u00e4t Teile unseres Wahrnehmungsfilters. Sp\u00e4ter ziehen wir dadurch die entsprechenden Personen oder Situationen immer wieder an, wiederholen die Erlebnisse der Vergangenheit und best\u00e4tigen die dazugeh\u00f6rigen Identit\u00e4ten. Der Vater, zum Beispiel, dessen Erwartungen nicht zufrieden gestellt werden konnten, findet sich in dem despotischen Vorgesetzten wieder, unter dem wir leiden. Wiederholungen im Leben sind ein Indikator daf\u00fcr, dass es mentale und emotionale Muster gibt, die aufgel\u00f6st werden wollen.<\/p>\n<p>Hier ist eine unvollst\u00e4ndige Liste von weiteren Dingen, die unsere Aufmerksamkeit binden und reduzieren: Traumata, Verletzungen, Schuldgef\u00fchle, Groll, Abh\u00e4ngigkeit, \u00dcberforderung, Angst, starke Gef\u00fchle, Lebensdramen, Geheimnisse, \u00dcbergriffe, unerledigte Dinge, ungekl\u00e4rte Situationen, uneingeordnete Informationen, mangelnde Informationen, Tr\u00e4umereien, Gedanken und vieles mehr.<\/p>\n<p>Um diesem Dilemma zu entkommen, m\u00fcssen wir dem Erlebnis die gebundene Aufmerksamkeit, die emotionale Ladung, entziehen. Dazu gibt es mehrere M\u00f6glichkeiten. Das Mittel der Wahl h\u00e4ngt davon ab, wie stark die Anhaftung ist. Im Allgemeinen reicht eine Entscheidung. Kleine Kinder k\u00f6nnen das sehr gut. Haben Sie schon einmal beobachtet, wie ein Kind wegen etwas weint und dann etwas sieht, das seine Aufmerksamkeit fesselt? Der Grund des Weinens ist sofort vergessen und das neue Objekt wird untersucht. So k\u00f6nnen wir verfahren, wenn wir uns zum Beispiel verletzt f\u00fchlen oder w\u00fctend sind. Wir l\u00f6sen die Aufmerksamkeit von dem Grund, da wir ihn als Gedanken erkennen, und richten sie auf ein erfreuliches Gef\u00fchl. Das kann gelingen, doch meistens ist die Anhaftung bei starken Gef\u00fchlen zu gro\u00df.<\/p>\n<p>Muster, die schon eine l\u00e4ngere Zeit bestehen und die stark geladen sind, haben sich in der Regel in das energetische System eines Menschen eingepr\u00e4gt. In dem Fall reichen Gedanken oder Entscheidungen nicht. Das ist der Grund daf\u00fcr, warum Vors\u00e4tze nicht funktionieren. Um diese energetischen Muster zu l\u00f6schen bedarf es einer tiefgreifenden Methode. Die schon vorher erw\u00e4hnte Methode, die ich in einem sp\u00e4teren Artikel erkl\u00e4ren werde, leistet dies.<\/p>\n<p>Ich habe gerade den Begriff \u201eenergetisches System\u201c eingef\u00fchrt. Welches Modell wir f\u00fcr seine Erkl\u00e4rung heranziehen, spielt dabei keine gro\u00dfe Rolle. Es k\u00f6nnte das Meridiansystem der traditionellen chinesischen Medizin, das Chakrensystem des Buddhismus bzw. Hinduismus, die Verschaltungen in unserem Nervensystem oder ein anderes System sein. Wie wir eine Erscheinung erkl\u00e4ren, hat keinen Einfluss auf die Erscheinung. F\u00fcr die Zwecke dieses Blogs reicht dieser allgemeine Begriff.<\/p>\n<p>Je mehr Aufmerksamkeit an mentalen Mustern haftet, desto weniger steht davon im Leben zur Verf\u00fcgung, was unter anderem die Wahrnehmung, Lebendigkeit und Intelligenz einschr\u00e4nkt. Daher ist es sinnvoll, gebundene Aufmerksamkeit freizusetzen. Die St\u00e4rke von Verlangen, positive Aufmerksamkeit, und Abneigung, negative Aufmerksamkeit, gibt uns weitere Hinweise, wo ungel\u00f6ste Muster zu finden sind.<\/p>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass Aufmerksamkeit die Energie ist, mit der wir unsere Realit\u00e4t kreieren. In anderen Systemen wird sie auch Lebensenergie genannt. Je mehr freie Aufmerksamkeit wir haben, desto kreativer, lebendiger, ges\u00fcnder und wahrnehmender sind wir. F\u00fcr ein selbstbestimmtes, aktives Leben ist es daher sinnvoll, so viel gebundene Aufmerksamkeit wie m\u00f6glich wieder freizusetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben gesehen, dass Menschen ein enormes kreatives Potential besitzen.\u00a0 Unsere Glaubenss\u00e4tze bestimmen, was wir und wie wir es erleben. 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